Nervosität, Angst und Traurigkeit nach dem Rauchstopp. Wann ist es Entzug und wann eine Depression?

Nervosität, Angst und Traurigkeit nach dem Rauchstopp gehören zu den typischen Symptomen des Nikotinentzugs. Am stärksten sind sie meist in der ersten rauchfreien Woche, innerhalb von 2-4 Wochen lassen sie nach (1). Bei manchen Menschen vergeht die Niedergeschlagenheit jedoch nicht oder wird von Woche zu Woche tiefer. Dann ist eine ärztliche Abklärung nötig, um zu prüfen, ob eine depressive Episode begonnen hat. Eine Auswertung vieler Studien zeigt außerdem, dass ein Rauchstopp die psychische Gesundheit auf längere Sicht nicht verschlechtert: Menschen, die aufgehört hatten zu rauchen, hatten in den Studien im Durchschnitt etwas weniger Angst- und Depressionssymptome als weiterhin Rauchende (2).

Ein Glas Tee und ein aufgeschlagenes Notizbuch auf einer Fensterbank, draußen regnet es

Kurz gesagt

  • Reizbarkeit, Angst, Niedergeschlagenheit und Konzentrationsprobleme nach dem Rauchstopp sind in der ersten Woche am stärksten und dauern meist 2-4 Wochen. Zu diesen Symptomen gehört auch Freudlosigkeit.
  • Eine ärztliche Abklärung ist nötig, wenn die gedrückte Stimmung nach etwa einem Monat nicht nachlässt, zunimmt, Arbeit und Alltagspflichten erschwert oder mit Hoffnungslosigkeit einhergeht. Über Gedanken an den Tod müssen Sie noch am selben Tag mit einer nahestehenden Person und einem Arzt sprechen.
  • Schmerzen in der Brust gehören nicht zu den belegten Symptomen des Nikotinentzugs. Ein drückender Schmerz, der in Arm, Hals oder Kiefer ausstrahlt, oder starke Atemnot, bei der man kaum Luft bekommt, erfordern sofortige medizinische Hilfe.
  • In den ersten Wochen helfen ein Medikament, das die Entzugssymptome lindert, tägliche Bewegung, weniger Kaffee und Gespräche mit einem Suchttherapeuten oder einer Psychologin.

Warum treten nach dem Rauchstopp Nervosität, Angst und Traurigkeit auf?

Nervosität, Angst und Traurigkeit treten nach dem Rauchstopp auf, weil sich das Gehirn an regelmäßige Nikotindosen gewöhnt hat. Nach dem Absetzen braucht es einige Wochen, um sich darauf einzustellen, ohne Nikotin zu funktionieren. Diese Symptome sind kein Zeichen von Willensschwäche und bedeuten nicht, dass der Aufhörversuch scheitert.

Nikotin stimuliert im Gehirn die Nikotinrezeptoren und verstärkt die Ausschüttung von Dopamin, das mit Lustempfinden verbunden ist. Bei täglichem Rauchen passt sich das Nervensystem an die ständige Anwesenheit von Nikotin an; fehlt es, treten Entzugssymptome auf (3). John Hughes von der University of Vermont wertete 120 Studien zu den Folgen des Tabakentzugs aus und stufte unter anderem Ärger, Angst, Niedergeschlagenheit, Konzentrationsprobleme und Schlaflosigkeit als belegte Symptome ein.

Viele Raucher haben den Eindruck, dass die Zigarette sie beruhigt. Die Autoren einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 vermuten, dass die Zigarette für kurze Zeit Angst, Niedergeschlagenheit und Reizbarkeit beseitigt, die bei Rauchenden zwischen zwei Zigaretten als Entzugssymptome wiederkehren (2). Das Rauchen war mit Arbeitspausen, Kaffee und Gesprächen verbunden, deshalb fehlt die Zigarette nach dem Rauchstopp gerade in diesen Momenten des Tages.

Woher kommt die Freudlosigkeit nach dem Rauchstopp?

Freudlosigkeit, in der Medizin Anhedonie genannt, bedeutet, dass Dinge, die sonst Freude gemacht haben, nicht mehr erfreuen. In einer US-amerikanischen Studie bewerteten 1175 Raucher an 5 Tagen vor und 10 Tagen nach dem Rauchstopp mehrmals täglich ihr Befinden. Die Freudlosigkeit nahm nach dem Tag des Rauchstopps zu und ließ danach nach, genau wie andere Entzugssymptome. Wer sie stärker empfand, fing schneller wieder an zu rauchen (4).

Dieselben Forschenden untersuchten in einer weiteren Analyse Menschen, die ein Placebo erhielten: Bei ihnen war die Freudlosigkeit unmittelbar nach dem Rauchstopp am stärksten. Nach etwa einer Woche zeigte sich in ihrer Ausprägung kein Unterschied mehr zwischen dieser Gruppe und Menschen, die mit Nikotin oder Bupropion behandelt wurden (5). Beide Analysen umfassten nur die ersten 10 Tage nach dem Rauchstopp. Aus diesen Studien lässt sich also nicht ableiten, wie lange die Freudlosigkeit bei Menschen anhält, die nach einigen Wochen noch immer an nichts Freude haben.

Wie lange hält die schlechte Stimmung nach dem Rauchstopp an?

Die gedrückte Stimmung nach dem Rauchstopp beginnt meist am ersten Tag, ist in der ersten Woche am stärksten und vergeht in der Regel innerhalb eines Monats. Das US-amerikanische National Cancer Institute (NCI) gibt an, dass eine schwere Depression nach dem Rauchstopp bei Menschen, die nie an einer Depression erkrankt waren, selten vorkommt.

Die Tabelle zeigt den typischen Verlauf der Symptome nach der Übersicht von Hughes und den Angaben des NCI. Im Einzelfall können sie kürzer oder länger anhalten.

SymptomeBeginnWann sie meist nachlassen
Reizbarkeit, Ärger, Ungeduldin den ersten Tagenam stärksten in der 1. Woche, dauern 2-4 Wochen
Angst und Anspannunginnerhalb von 24 Stunden, nehmen in den ersten 3 Tagen zukönnen einige Wochen anhalten
Traurigkeit und Niedergeschlagenheitmeist am ersten Tagdauern einige Wochen, vergehen meist innerhalb eines Monats
Freudlosigkeitunmittelbar nach dem Rauchstoppließ in Studien schon innerhalb der ersten 10 Tage nach
Konzentrationsproblemein den ersten Tagenam stärksten in der 1. Woche, dauern 2-4 Wochen

Weitere Symptome und was sich in den folgenden Monaten bessert, beschreiben wir im Artikel Rauchstopp Tag für Tag.

Cochrane, eine internationale wissenschaftliche Organisation, die Studienergebnisse zu einem Thema sammelt und vergleicht, fasste im Jahr 2021 insgesamt 102 Studien mit mehr als 169.000 Erwachsenen zusammen. Die psychische Gesundheit der Rauchenden wurde darin vor dem Rauchstopp und mindestens 6 Wochen später beurteilt. Menschen, die aufgehört hatten zu rauchen, hatten danach etwas weniger Depressions- und Angstsymptome als weiterhin Rauchende. Das galt auch für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Autoren stuften die Vertrauenswürdigkeit dieser Ergebnisse als sehr niedrig bis moderat ein, weil es sich um Beobachtungsstudien handelte, in denen andere Faktoren das Ergebnis beeinflusst haben könnten.

Wie bewältigen Sie die Arbeit bei Konzentrationsproblemen nach dem Rauchstopp?

Gehirnnebel („Brain Fog“) ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Konzentrationsprobleme, verlangsamtes Denken und das Gefühl, nicht klar denken zu können. Konzentrationsprobleme nach dem Rauchstopp verlaufen ähnlich wie die Reizbarkeit: Sie sind in der ersten Woche am stärksten und dauern meist 2-4 Wochen (1). Bei der Arbeit kommen Sie leichter durch diese Zeit, wenn:

  • der Tag des Rauchstopps nicht in eine Woche fällt, in der Sie eine wichtige Frist einhalten, eine Prüfung ablegen oder an einem schwierigen Projekt arbeiten müssen.
  • Aufgaben und Erledigungen aufgeschrieben sind, sodass Sie sich nicht alles merken müssen.
  • Sie zur Zeit der früheren Raucherpause einige Minuten spazieren gehen. In einer Analyse experimenteller Studien verringerte kurze körperliche Aktivität das Rauchverlangen bei Menschen, die eine Zeit lang nicht geraucht hatten, deutlich (6).
  • Sie weniger Kaffee trinken als zu Raucherzeiten. Tabakrauch beschleunigt den Abbau von Koffein, deshalb war bei Menschen, die nach dem Rauchstopp weiter Kaffee tranken, die Koffeinkonzentration im Speichel nach 3 Wochen etwa doppelt so hoch wie zu Beginn (7).

Hughes zählte in seiner Übersicht Schläfrigkeit und Müdigkeit nicht zu den Entzugssymptomen. Wenn diese überwiegen, können Schlafmangel, gedrückte Stimmung oder die Wirkung eines Medikaments die Ursache sein. Bei der Einnahme von Desmoxan-Tabletten gehören Schlafstörungen, darunter Schläfrigkeit und Lethargie, zu den sehr häufigen Nebenwirkungen.

Wann sollten Sie mit gedrückter Stimmung nach dem Rauchstopp zum Arzt gehen?

Typische Entzugssymptome lassen innerhalb von 2-4 Wochen nach. Wir raten deshalb zu einer ärztlichen Abklärung einer möglichen Depression, wenn gedrückte Stimmung oder Freudlosigkeit den größten Teil des Tages, fast täglich und länger als etwa einen Monat nach dem Rauchstopp anhalten. Früher ist ein Arzttermin nötig, wenn die Niedergeschlagenheit von Woche zu Woche zunimmt oder Hoffnungslosigkeit und Gedanken an den Tod auftreten. Die Grenze von einem Monat ist kein Kriterium für die Diagnose einer Depression, sondern ein praktischer Hinweis, der sich aus dem typischen Verlauf des Entzugs ergibt. Die Diagnose stellt der Arzt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten bei einer depressiven Episode Traurigkeit, Reizbarkeit, ein Gefühl der Leere oder der Verlust von Interesse und Freude den größten Teil des Tages, fast täglich, mindestens 2 Wochen lang an. Hinzu kommen weitere Symptome, z. B. übermäßige Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit in Bezug auf die Zukunft, Gedanken an den Tod, Schlaf- und Appetitstörungen, schlechte Konzentration und Müdigkeit (8). Schlafstörungen, mehr Appetit und schlechtere Konzentration treten jedoch auch beim Nikotinentzug auf. In den ersten Wochen nach dem Rauchstopp helfen sie daher wenig, Entzugssymptome von einer Depression zu unterscheiden. Wichtiger ist, wie lange die Symptome anhalten, ob sie nachlassen oder zunehmen und woran der betroffene Mensch denkt.

Worauf achtenTypischer NikotinentzugAnlass für einen Arzttermin
ZeitSymptome beginnen am ersten Tag und lassen innerhalb von etwa einem Monat nachnach etwa 4 Wochen lassen die Symptome nicht nach, oder die Niedergeschlagenheit tritt erst einige Wochen nach dem Rauchstopp auf
Veränderung der Symptomedie Symptome werden von Woche zu Woche schwächerdie Symptome werden von Woche zu Woche stärker
Alltagalles fällt schwerer, aber Arbeit und Haushalt lassen sich bewältigenes fällt schwer, aufzustehen, zu arbeiten, sich um die Kinder zu kümmern oder eine Mahlzeit zu essen
GedankenÄrger, Anspannung, Lust auf eine ZigaretteSchuldgefühle, Gefühl der Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Gedanken an den Tod

Wer hat ein höheres Risiko für eine Depression nach dem Rauchstopp?

Laut NCI haben Menschen, die bereits eine Depression hatten, stärkere Entzugssymptome, darunter stärkere Niedergeschlagenheit. In einer Studie aus dem Jahr 1997 wurden 126 Menschen beobachtet, die in einem 10-wöchigen Programm zur Behandlung der Nikotinabhängigkeit mit dem Rauchen aufgehört hatten. Innerhalb von 3 Monaten trat eine neue depressive Episode bei 2% der Menschen auf, die nie eine Depression gehabt hatten, bei 17% der Menschen nach einer einzigen depressiven Episode und bei 30% der Menschen mit rezidivierender Depression. Unabhängig von einer früheren Depression war das Risiko bei Menschen höher, deren Entzugssymptome lange nicht nachließen (9). Es handelt sich um eine einzelne kleine Studie, die fast 30 Jahre alt ist. In dieser Gruppe trat eine Depression häufiger bei Menschen auf, die schon früher daran erkrankt waren; die angegebenen Prozentwerte sind nicht als aktuelle Daten über alle Menschen zu verstehen, die mit dem Rauchen aufhören. Die Autoren empfehlen, dass Menschen mit einer Depression in der Vorgeschichte auch nach den 2-4 Wochen, in denen Entzugssymptome üblicherweise auftreten, in ärztlicher Betreuung bleiben.

Wer in psychiatrischer Behandlung ist, sollte den Plan für den Rauchstopp mit der behandelnden Psychiaterin oder dem behandelnden Psychiater festlegen, denn ein Rauchstopp kann mit oder ohne Medikamente mit einer Verschlechterung einer bestehenden psychischen Erkrankung, z. B. einer Depression, einhergehen. Ohne Zigaretten steigt außerdem die Konzentration mancher Medikamente im Blut, unter anderem von Clozapin und Olanzapin; darüber schreiben wir im Artikel Rauchstopp mit ärztlicher Hilfe oder allein?

Was tun, wenn nach dem Rauchstopp Gedanken an den Tod auftreten?

Eine gedrückte Stimmung kann ein Symptom des Nikotinentzugs sein, auch bei Menschen, die ohne Medikamente mit dem Rauchen aufhören. Selten gehen damit Suizidgedanken und Suizidversuche einher (10). Wenn Gedanken an den Tod oder daran, sich das Leben zu nehmen, auftreten, sollten Sie nicht warten, bis sie von selbst vergehen. Sprechen Sie noch am selben Tag mit einem Menschen, dem Sie vertrauen, und mit einem Arzt darüber. Wenn Sie ein Medikament zur Rauchentwöhnung einnehmen, entscheidet der Arzt, ob Sie es weiter einnehmen.

Wenn sich Suizidgedanken aufdrängen, ein Plan besteht, sich das Leben zu nehmen, oder es schwerfällt, für die eigene Sicherheit zu sorgen, ist sofortige medizinische Hilfe nötig, ohne auf einen vereinbarten Termin zu warten. Bis Hilfe da ist, bleiben Sie besser nicht allein und bitten Sie eine nahestehende Person, bei Ihnen zu sein.

Kommen Brustschmerzen nach dem Rauchstopp von der Angst oder vom Herzen?

Schmerzen in der Brust gehören nicht zu den belegten Symptomen des Nikotinentzugs. Neue Brustschmerzen lassen sich daher nicht allein mit dem Rauchstopp erklären. Angst und Panikattacken können Symptome hervorrufen, die denen eines Herzinfarkts ähneln, und zu Hause lassen sich beide nicht sicher unterscheiden.

Hughes führt Brustschmerzen nicht unter den Symptomen des Tabakentzugs auf. Der britische staatliche Gesundheitsdienst (NHS) nennt sie dagegen unter den Symptomen einer Panikattacke, neben Herzklopfen, Atemnot, Schwitzen, Übelkeit, Schwindel und Todesangst (11). Brustschmerzen, Atemnot, Übelkeit und Schwitzen treten jedoch auch bei einem Herzinfarkt auf (12). Rauchen verursacht Herzerkrankungen (13). Bei jemandem, der jahrelang geraucht hat, müssen neue Brustschmerzen deshalb untersucht werden, auch wenn sie in einer Phase starker Angst aufgetreten sind.

Herzklopfen kann auch mit dem Medikament zur Rauchentwöhnung zusammenhängen. Bei der Anwendung von Desmoxan-Tabletten gehören ein beschleunigter Herzschlag und Bluthochdruck zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Cytisin wird nach einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt, bei instabiler Angina pectoris und bei klinisch relevanten Herzrhythmusstörungen nicht angewendet. Wie sich die Wirkung des Medikaments von Entzugssymptomen unterscheiden lässt, erklären wir im Artikel über die Nebenwirkungen von Cytisin.

Wann erfordern Brustschmerzen oder Atemnot sofortige Hilfe?

Laut NHS erfordern sofortige medizinische Hilfe:

  • ein drückender oder beklemmender Schmerz in der Brust, vor allem wenn er in Arm, Hals oder Kiefer ausstrahlt
  • starke Atemnot, bei der man kaum Luft bekommt oder kaum sprechen kann
  • blasse, graue oder bläuliche Haut
  • Bewusstlosigkeit

Plötzliche Atemnot, die deutlich stärker ist als sonst, sowie Brustschmerzen mit Übelkeit oder mit verändertem Herzrhythmus, z. B. sehr schnellem, langsamem oder unregelmäßigem Herzschlag, müssen Sie dringend, am besten noch am selben Tag, ärztlich abklären lassen. Auch wiederholte Angstattacken sind ein Grund für einen Arzttermin, bei dem zunächst eine Ursache am Herzen ausgeschlossen und dann die Angst behandelt werden kann.

Was hilft in den ersten rauchfreien Wochen gegen gedrückte Stimmung?

Gegen gedrückte Stimmung in den ersten rauchfreien Wochen helfen ein Medikament, das die Entzugssymptome lindert, tägliche Bewegung, weniger Kaffee und Gespräche mit einem Suchttherapeuten oder einer Psychologin. Keine dieser Methoden beseitigt die Symptome sofort.

Ein Medikament, das die Entzugssymptome lindert

Cytisin (Desmoxan, Tabex, Recigar) erhöht die Dopaminkonzentration im Gehirn mäßig und lindert so die Symptome des Nikotinentzugs. In der Studie von Cook et al. aus dem Jahr 2015 nahm die Freudlosigkeit nach dem Rauchstopp bei Menschen, die eine Nikotinersatztherapie wie Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummis anwendeten, kaum zu.

Auch das Medikament selbst kann das Befinden beeinflussen, denn Stimmungsveränderungen, Angst und Reizbarkeit gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen der Desmoxan-Tabletten. Welches Medikament geeignet ist, hängt davon ab, wie viel jemand raucht, welche Erkrankungen bestehen und welche Medikamente eingenommen werden. Wer früher eine Depression hatte, herzkrank ist oder dauerhaft in psychiatrischer Behandlung ist, sollte das Medikament am besten bei einem Arzttermin im Rahmen der Behandlung der Nikotinabhängigkeit auswählen lassen.

Bei Nasz Gabinet beginnt der 3-monatige Behandlungsplan mit einer ärztlichen Anamnese. Kommt die Behandlung infrage, wählt der Arzt das Medikament aus und stellt ein E-Rezept aus. In der App Nasz Gabinet erhalten Patientinnen und Patienten Erinnerungen an die Einnahme, einen Zähler der rauchfreien Tage und ein Tagebuch. Bei Bedarf kann ein gesondert zu bezahlendes Gespräch mit einer Psychologin oder einem Psychologen vereinbart werden.

Bewegung, soziale Kontakte und weniger Koffein

Menschen, die nach dem Rauchstopp niedergeschlagen oder angespannt sind, empfiehlt das NCI, sich täglich körperlich zu bewegen, am besten auf eine Weise, die Freude macht, Freunde zu treffen und sich ein paar Minuten Zeit für tiefes Atmen zu nehmen. Bei Angst empfiehlt das Institut, weniger Kaffee, Tee und Cola-Getränke zu trinken.

Tipps für Menschen, bei denen das Essen die Zigarette zu ersetzen beginnt, finden Sie im Artikel Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp. Wenn die gedrückte Stimmung vor allem von starkem Rauchverlangen herrührt, finden Sie Wege, es zu überstehen, im Artikel Wie lange hält Nikotinverlangen an?

Gespräche mit einem Suchttherapeuten oder einer Psychologin

Gespräche mit einem Suchttherapeuten oder einer Psychologin helfen, sich auf Situationen vorzubereiten, in denen man früher geraucht hat, und auf Tage mit schlechterer Stimmung. Forschende werteten 65 Studien mit mehr als 23.000 Menschen aus, die ein Medikament zur Rauchentwöhnung einnahmen. Wer zusätzlich persönlich oder telefonisch mit einer Beraterin oder einem Berater sprach, hatte eine um etwa 10-20% höhere Chance, nach mindestens einem halben Jahr noch rauchfrei zu sein, als Menschen mit weniger oder ohne Unterstützung. Wenn also bei weniger Unterstützung 20 von 100 Menschen rauchfrei sind, sind es bei zusätzlicher Unterstützung etwa 22-24 (14).

Sagen Sie Ihren Angehörigen, dass Entzugssymptome Wochen und nicht nur einige Tage dauern und dass die Reizbarkeit in dieser Zeit nicht gegen sie gerichtet ist.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert eine Depression nach dem Rauchstopp?

Eine Depression und ein vorübergehendes Stimmungstief nach dem Absetzen von Nikotin sind unterschiedliche Probleme. Das vom NCI beschriebene leichte Stimmungstief beginnt meist am ersten Tag und vergeht innerhalb eines Monats. Das bedeutet nicht, dass eine diagnostizierte Depression ebenfalls in dieser Zeit abklingt. Die Diagnose stellt der Arzt. Wenn die Niedergeschlagenheit nach etwa 4 Wochen nicht nachlässt, zunimmt, die Arbeit erschwert oder mit Gedanken an den Tod einhergeht, ist eine ärztliche Abklärung nötig. Wer bereits eine depressive Episode hatte, sollte den Plan für den Rauchstopp mit dem Arzt besprechen, bevor er auf Zigaretten verzichtet.

Kann es nach dem Rauchstopp zu Panikattacken kommen?

Panikattacken nach dem Rauchstopp werden in der Übersicht von Hughes über Entzugssymptome nicht eigens aufgeführt, aber Angst gehört zu den häufigsten dieser Symptome und nimmt laut NCI in den ersten 3 Tagen zu. Bei einer Panikattacke treten Herzklopfen, Brustschmerzen, Atemnot und Schwitzen auf; eine Attacke dauert meist 5-20 Minuten. Ähnliche Symptome kommen bei einem Herzinfarkt vor, deshalb müssen Sie nach der ersten solchen Attacke zum Arzt gehen.

Kann Cytisin die Stimmung verschlechtern?

Cytisin kann die Stimmung beeinflussen. Stimmungsveränderungen, Angst und Reizbarkeit gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Desmoxan-Tabletten, treten also bei mindestens 1 von 10 Menschen auf. Diese Symptome können aber auch vom Rauchstopp selbst herrühren und nicht vom Medikament. Ändern Sie bei starken Beschwerden die Dosierung nicht selbst, sondern sprechen Sie zuerst mit dem Arzt oder in der Apotheke. Bei Gedanken an den Tod oder einer plötzlichen Verhaltensänderung müssen Sie noch am selben Tag Kontakt mit einem Arzt aufnehmen.

Hebt eine einzelne Zigarette die Stimmung nach dem Rauchstopp?

Eine Zigarette lindert die Entzugssymptome kurz, weil sie Nikotin liefert, beseitigt aber nicht die Ursache der gedrückten Stimmung. In der Studie von Cook et al. fingen Menschen, die nach dem Rauchstopp stärkere Freudlosigkeit empfanden, schneller wieder an zu rauchen. Bei starken Symptomen ist es besser, eine Änderung der Behandlung mit dem Arzt zu besprechen. Wenn Sie bereits eine Zigarette geraucht haben, lesen Sie im Artikel Nach dem Rauchstopp wieder geraucht, was in den folgenden Stunden zu tun ist.

Quellen

  1. Hughes JR. Effects of abstinence from tobacco: valid symptoms and time course. Nicotine Tob Res. 2007;9(3):315-327. PMID 17365764, DOI
  2. Taylor GM, Lindson N, Farley A et al. Smoking cessation for improving mental health. Cochrane Database Syst Rev. 2021;3(3):CD013522. PMID 33687070, DOI
  3. Benowitz NL. Nicotine addiction. N Engl J Med. 2010;362(24):2295-2303. PMID 20554984, DOI
  4. Cook JW, Piper ME, Leventhal AM et al. Anhedonia as a component of the tobacco withdrawal syndrome. J Abnorm Psychol. 2015;124(1):215-225. PMID 25384069, DOI
  5. Cook JW, Lanza ST, Chu W et al. Anhedonia: Its Dynamic Relations With Craving, Negative Affect, and Treatment During a Quit Smoking Attempt. Nicotine Tob Res. 2017;19(6):703-709. PMID 28486709, DOI
  6. Haasova M, Warren FC, Ussher M et al. The acute effects of physical activity on cigarette cravings: systematic review and meta-analysis with individual participant data. Addiction. 2013;108(1):26-37. PMID 22861822, DOI
  7. Swanson JA, Lee JW, Hopp JW, Berk LS. The impact of caffeine use on tobacco cessation and withdrawal. Addict Behav. 1997;22(1):55-68. PMID 9022872, DOI
  8. World Health Organization. Depressive disorder (depression). Fact sheet. who.int
  9. Covey LS, Glassman AH, Stetner F. Major depression following smoking cessation. Am J Psychiatry. 1997;154(2):263-265. PMID 9016279, DOI
  10. Charakterystyka Produktu Leczniczego Desmoxan, 1,5 mg, tabletki (data zmiany tekstu 31.10.2025). Rejestr Produktów Leczniczych
  11. NHS. Panic disorder. nhs.uk
  12. NHS. Heart attack: symptoms. nhs.uk
  13. National Cancer Institute. Harms of Cigarette Smoking and Health Benefits of Quitting. cancer.gov
  14. Hartmann-Boyce J, Hong B, Livingstone-Banks J et al. Additional behavioural support as an adjunct to pharmacotherapy for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev. 2019;6(6):CD009670. PMID 31166007, DOI
  15. National Cancer Institute. Handling Nicotine Withdrawal and Triggers When You Decide To Quit Tobacco. cancer.gov

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