Rauchstopp Tag für Tag - was Sie in den ersten 3 Monaten spüren

Bei den meisten Menschen verläuft der Rauchstopp Tag für Tag nach einem ähnlichen Muster: Am schwersten sind die ersten 3 Tage, in der gesamten ersten Woche sind die Symptome des Nikotinentzugs deutlich stärker als in den folgenden Wochen, und innerhalb eines Monats lassen sie nach. So beschreibt es das US-amerikanische National Cancer Institute (NCI) (1). Laut einer Übersichtsarbeit dauern Reizbarkeit, Angst, Schlaflosigkeit und Konzentrationsprobleme meist 2 bis 4 Wochen (2), bei manchen Menschen halten sie jedoch einige Monate an. Gleichzeitig erholt sich der Körper. Der Kohlenmonoxidspiegel im Blut sinkt laut WHO nach 12 Stunden, laut NHS nach 48 Stunden auf den Wert eines Nichtrauchers, und Kreislauf und Atmung bessern sich in den folgenden Wochen.

Eine Hand streicht mit einem Marker einen weiteren Tag im Kalender durch

Kurz gesagt

  • Die Symptome des Nikotinentzugs sind in der ersten Woche am stärksten, am heftigsten in den ersten 3 Tagen. Reizbarkeit, Angst, Schlaflosigkeit und Konzentrationsprobleme lassen meist nach 2-4 Wochen nach.
  • In einer Studie bekamen etwa 40% der Menschen nach dem Rauchstopp Aphthen, meist in den ersten 2 Wochen. Bei 60% von ihnen verschwanden sie innerhalb von 4 Wochen.
  • Nach dem Verzicht auf Zigaretten verlangsamt sich der Puls meist. Wenn Herzklopfen mit Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht einhergeht, ist dringend medizinische Hilfe nötig.
  • Die angegebenen Zeiträume bis zur Besserung (20 Minuten, 48 Stunden, 2-12 Wochen) sind Richtwerte aus Materialien der WHO und des NHS. Sie beschreiben nicht den Verlauf im Einzelfall.

Welcher Tag nach dem Rauchstopp ist der schlimmste?

Am schwersten sind meist die ersten 3 Tage nach dem Rauchstopp. Dann erreichen die Entzugssymptome laut NCI ihren Höhepunkt, auch wenn die ganze erste Woche schwieriger ist als die folgenden.

Nicht jedes Symptom ist am selben Tag am stärksten. Das Verlangen zu rauchen tritt schon ein oder zwei Stunden nach der letzten Zigarette auf und kehrt in den ersten Tagen oder Wochen oft wieder. Angst nimmt, wenn sie auftritt, meist in den ersten 3 Tagen zu und hält einige Wochen an. Ärger und Reizbarkeit sind in der ersten Woche am stärksten und dauern 2 bis 4 Wochen (1). Wenn Sie sich am vierten oder fünften Tag am schlechtesten fühlen, ist auch dieser Verlauf noch typisch.

In der ersten Woche fängt man auch am leichtesten wieder an zu rauchen. In einer Übersicht über Studien mit Menschen, die ohne jede Hilfe mit dem Rauchen aufhörten, griffen die meisten, die rückfällig wurden, in den ersten 8 Tagen wieder zur Zigarette (3). Planen Sie schon vor dem Rauchstopp, wie Sie in diesen Tagen mit dem Rauchverlangen umgehen. Wenn das Verlangen am stärksten ist, fällt das schwerer.

Wie verändern sich Symptome und Gesundheit in den ersten 3 rauchfreien Monaten?

In der ersten rauchfreien Woche überwiegen die Entzugssymptome. In dieser Zeit verlangsamt sich vor allem der Puls, Geschmacks- und Geruchssinn bessern sich, und das Kohlenmonoxid im Blut nimmt ab. Zwischen der 2. und 12. Woche lassen die Symptome nach, und Kreislauf und Lungenfunktion verbessern sich.

Wenn Sie Clozapin, Olanzapin oder Theophyllin einnehmen, legen Sie den Behandlungsplan noch vor dem Tag des Rauchstopps mit Ihrem Arzt fest.

WannWas Sie spüren könnenWas sich bessert (Richtwerte)Wann zum Arzt
Erster TagDas Verlangen zu rauchen tritt schon nach 1-2 Stunden auf. Hinzu kommen Unruhe und ReizbarkeitNach 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck (4). Nach 8 Stunden ist nur noch halb so viel Kohlenmonoxid im Blut (5)Bei Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht suchen Sie dringend ärztliche Hilfe
Tag 1-3Die Symptome sind am stärksten: starkes Rauchverlangen, Angst, Schlafstörungen und KonzentrationsproblemeDer Kohlenmonoxidspiegel im Blut sinkt nach 12 Stunden (4) oder nach 48 Stunden (5) auf den Wert eines Nichtrauchers. Nach 48 Stunden bessern sich Geschmacks- und Geruchssinn, nach 72 Stunden fällt das Atmen leichter (5)Bei plötzlichen, sehr starken Kopfschmerzen suchen Sie dringend ärztliche Hilfe
Tag 4-7Die Symptome sind noch deutlich, aber das Rauchverlangen tritt seltener auf. Halsschmerzen, Husten und Niesen wie bei einer Erkältung sowie erste Aphthen kommen vorDie Atmung bessert sich weiter, und man hat mehr Energie. Laut NHS beginnen diese Veränderungen nach 72 StundenGehen Sie zum Arzt bei hohem Fieber, Atemnot oder Bluthusten
Woche 2-4Reizbarkeit, Angst und Schlaflosigkeit lassen nach. Aphthen, Zahnfleischbluten und mehr Appetit kommen vorDer Kreislauf verbessert sich innerhalb von 2-12 Wochen (WHO, NHS)Gehen Sie zum Arzt, wenn eine Aphthe länger als 3 Wochen nicht abheilt oder die Stimmung von Woche zu Woche schlechter wird
Monat 1-3Akutes Rauchverlangen tritt immer seltener auf. Bei manchen Menschen halten die Entzugssymptome einige Monate anDie Besserung geht auch nach dem 3. Monat weiter: Laut NHS verbessert sich die Lungenfunktion innerhalb von 3-9 Monaten um bis zu 10%, laut WHO nehmen Husten und Atemnot innerhalb von 1-9 Monaten abGehen Sie zum Arzt, wenn der Husten länger als 3 Wochen anhält oder das Rauchverlangen so stark ist, dass Sie daran denken, wieder zu rauchen

Die Zeiträume bis zur Besserung in der Tabelle stammen aus Informationsmaterialien der WHO (4) und des NHS (5). Sie beschreiben einen durchschnittlichen Verlauf und lassen keine Vorhersage zu, wie die Veränderungen im Einzelfall verlaufen. Diese Quellen nennen unterschiedliche Zeiten für den Rückgang des Kohlenmonoxids im Blut. Laut WHO normalisiert sich der Wert nach 12 Stunden, laut NHS halbiert er sich nach 8 Stunden und erreicht nach 48 Stunden den Wert eines Nichtrauchers. Beide Angaben sind Näherungswerte. Von Woche zu Woche sollten die Entzugssymptome weniger werden. Ein Symptom, das zunimmt, statt nachzulassen, müssen Sie deshalb mit dem Arzt besprechen.

Was tun in den ersten rauchfreien Tagen, Wochen und Monaten?

In den ersten 3 Tagen kommt es vor allem darauf an, Phasen akuten Rauchverlangens zu überstehen. In den folgenden Wochen müssen Sie sich auch um Schlaf, Stimmung und Appetit kümmern, und nach einem Monat sollten Sie auf Situationen achten, in denen Sie früher geraucht haben.

Die ersten 3 rauchfreien Tage

Laut NHS dauert starkes akutes Rauchverlangen jeweils bis zu 15 Minuten. Es lässt sich leichter überstehen, wenn Sie vorher wissen, was Sie dann tun: einen kurzen Spaziergang machen, ein Glas Wasser trinken oder die Hände beschäftigen. Laut NCI hilft es auch, die Zigaretten aus der Wohnung zu entfernen und das zu ändern, was man sonst nach dem Kaffee und nach dem Essen getan hat. Mehr darüber, was Sie in diesen Minuten tun können und wann Nikotinverlangen bedeutet, dass die Behandlung geändert werden muss, schreiben wir im Artikel über Nikotinverlangen.

Bestandteile des Tabakrauchs beschleunigen den Abbau von Koffein in der Leber. In einer kleinen Studie mit 12 Menschen, die mindestens 20 Zigaretten täglich rauchten, baute der Körper Koffein nach dem Rauchstopp um etwa 36% langsamer ab; die Veränderung trat innerhalb weniger Tage ein (6). In einer anderen Studie mit 162 Menschen, die mit dem Rauchen aufhörten, war die Koffeinkonzentration im Speichel bei denjenigen, die weiter Kaffee tranken, nach 3 Wochen etwa doppelt so hoch wie vor dem Rauchstopp. Ein vollständiger Verzicht auf Koffein linderte bei den Teilnehmenden dieser Studie die übrigen Entzugssymptome jedoch nicht und verstärkte in den ersten 3 Tagen die Müdigkeit (7). Bei Unruhe oder Herzklopfen nach dem Rauchstopp können Sie also versuchen, weniger Kaffee zu trinken, ohne ihn von einem Tag auf den anderen wegzulassen.

Vom 4. Tag bis zum Ende des ersten rauchfreien Monats

Reizbarkeit, Angst und Schlaflosigkeit lassen meist innerhalb von 2-4 Wochen nach (2). Laut NCI kann eine leicht gedrückte Stimmung schon am ersten Tag beginnen; sie dauert dann einige Wochen und vergeht innerhalb eines Monats. Wenn die Stimmung von Woche zu Woche schlechter wird, ist eine ärztliche Abklärung nötig. Wie man Symptome des Nikotinentzugs von einer Depression unterscheidet, beschreiben wir im Artikel über Nervosität, Angst und Traurigkeit nach dem Rauchstopp.

In dieser Zeit steigt auch der Appetit. In einer Metaanalyse klinischer Studien nahmen Menschen, die ohne Medikamente mit dem Rauchen aufgehört hatten, nach einem Monat durchschnittlich 1,1 kg und nach 3 Monaten 2,9 kg zu (8). Wie sich diese Gewichtszunahme begrenzen lässt, ohne wieder zu rauchen, haben wir im Beitrag über die Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp zusammengestellt.

Vom ersten bis zum dritten rauchfreien Monat

Nach einem Monat sind die meisten Entzugssymptome bereits leicht, aber das Verlangen zu rauchen verschwindet nicht von heute auf morgen. Das NCI gibt an, dass akutes Rauchverlangen mit der Zeit immer seltener auftritt. Vereinzelt kann leichtes akutes Rauchverlangen jedoch noch nach Monaten oder sogar Jahren vorkommen. Ausgelöst wird es meist durch Situationen, die mit dem Rauchen verknüpft sind, z. B. Alkohol, Stress oder die Gesellschaft von Rauchenden. Warum das Rauchverlangen nach einigen Monaten zurückkehren kann, beschreiben wir im Artikel darüber, wann das Rauchverlangen vergeht.

Welche körperlichen Symptome sind nach dem Rauchstopp typisch?

In Studien traten bei Menschen, die mit dem Rauchen aufhörten, häufiger Aphthen, Erkältungssymptome, Husten und Zahnfleischbluten auf. Schwindel und Verstopfung können vom Nikotinentzug herrühren, die Belege dafür sind aber schwächer. In der Übersicht von Hughes aus dem Jahr 2007 wurden Schläfrigkeit und Müdigkeit nicht zu den Entzugssymptomen gezählt.

Schwindel und Kopfschmerzen nach dem Rauchstopp

Schwindel und Kopfschmerzen bei Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, kommen nicht immer vom Nikotinentzug selbst. Sie können auch durch ein Medikament zur Rauchentwöhnung oder durch zu viel Nikotin ausgelöst werden. In den Fachinformationen von Desmoxan-Kapseln (Cytisin) (9) und Tabex (10) werden dieselben Anteile von Patienten mit diesen Symptomen angegeben: Kopfschmerzen berichteten je nach Studie weniger als 1% bis 17% der Patienten, Schwindel trat bei 2-4% der Untersuchten auf. Für Desmoxan-Tabletten (11) wurden beide Symptome als sehr häufig eingestuft, das heißt, sie treten bei mindestens 1 von 10 Behandelten auf. Zu viel Nikotin kann die Ursache dieser Symptome bei Menschen sein, die ein Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi oder Nikotinlutschtabletten verwenden. Beim Nikotinpflaster NiQuitin (12) gehören unter anderem Kopfschmerzen und Schwindel, Übelkeit, Schwitzen und Blässe zu den Symptomen einer Nikotinüberdosierung. Treten solche Symptome auf, muss das Pflaster sofort entfernt und ein Arzt aufgesucht werden.

Laut NHS (13) müssen Sie mit Schwindel zum Arzt, wenn er nicht vergeht oder wiederkehrt, und ebenso, wenn er mit Seh- oder Hörstörungen, Taubheitsgefühl oder Kraftlosigkeit im Gesicht, in Armen oder Beinen, Ohnmachtsanfällen oder Veränderungen des Pulses einhergeht. Dringende Hilfe erfordern plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen sowie Kopfschmerzen, die mit Taubheitsgefühl oder Kraftlosigkeit im Körper, Schwierigkeiten beim Sprechen oder Gehen oder Verwirrtheit einhergehen (14).

Herzklopfen nach dem Rauchstopp

Nach dem Verzicht auf Zigaretten verlangsamt sich der Puls meist. In einer Studie mit 30 starken Rauchern sanken Puls und Blutdruck umso stärker, je länger die Rauchpause dauerte (bis zu 18 Stunden), während gleichzeitig Angst und Niedergeschlagenheit zunahmen (15).

Bei Herzklopfen nach dem Rauchstopp sollten Sie daher an andere Ursachen denken als an das fehlende Nikotin. Laut NHS (16) wird Herzklopfen häufig durch Stress und Angst, Schlafmangel, Koffein, Alkohol, Nikotin und Medikamente ausgelöst. Angst und Schlafstörungen gehören zu den Entzugssymptomen, und nach dem Rauchstopp ist mehr Koffein im Blut. Für Desmoxan-Kapseln ist außerdem ein beschleunigter Herzschlag beschrieben, der bei weniger als 1% bis 14% der Menschen auftritt, die Cytisin einnehmen. Rauchen während der Behandlung kann die Nebenwirkungen von Nikotin verstärken. Gegenanzeigen für das Medikament sind klinisch relevante Herzrhythmusstörungen, instabile Angina pectoris sowie ein kürzlich erlittener Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Lassen Sie Herzklopfen ärztlich abklären, wenn es wiederkehrt, immer häufiger auftritt oder länger als einige Minuten anhält, besonders wenn Sie herzkrank sind oder Herzerkrankungen in Ihrer Familie vorkommen. Herzklopfen mit Brustschmerzen, Atemnot, Schwächeanfall oder Ohnmacht erfordert dringend medizinische Hilfe. Der NHS rät, in einem solchen Zustand nicht selbst mit dem Auto ins Krankenhaus zu fahren.

Grippeähnliche Symptome in den ersten 2 rauchfreien Wochen

Ussher et al. beobachteten 174 Menschen, die mit Nikotinpflastern und begleitender Unterstützung mit dem Rauchen aufhörten. Bei Teilnehmenden, die 6 Wochen lang nicht rauchten, wurden nach der ersten und nach der zweiten Woche mehr Erkältungssymptome festgestellt. Schon nach der ersten Woche traten Halsschmerzen, Husten und Niesen häufiger auf (17). Die Symptome wurden einmal pro Woche erfasst; die Studie zeigt also nicht, an welchem Tag sie am stärksten waren.

Die Übersicht von Hughes aus dem Jahr 2007 nennt Fieber weder unter den belegten noch unter den möglichen Entzugssymptomen. Hohes Fieber, Atemnot, Brustschmerzen, Bluthusten oder ein Husten, der rasch schlimmer wird, erfordern eine dringende ärztliche Untersuchung (18), unabhängig davon, wie viele Tage seit der letzten Zigarette vergangen sind.

Aphthen, Zahnfleischbluten und Veränderungen an den Lippen in den ersten 6 Wochen

Aphthen nach dem Rauchstopp sind häufig. In der Studie von McRobbie et al. traten sie bei etwa 40% von 1234 Menschen auf, die mindestens eine Woche nicht geraucht hatten, meist in den ersten 2 Wochen. Sie waren meist leicht, bei 8% der Untersuchten jedoch ausgeprägt. Bei 60% der Menschen mit Aphthen verschwanden sie innerhalb von 4 Wochen. Häufiger traten sie bei stärker abhängigen Menschen auf. Nach Ansicht der Autoren waren die Aphthen eine Folge des Rauchstopps selbst und nicht der Medikamente (19).

Das Zahnfleisch kann nach dem Rauchstopp häufiger bluten als vorher. In einer kleinen Studie mit 27 Menschen blutete das Zahnfleisch 4-6 Wochen nach dem Rauchstopp beim Sondieren an 32% der untersuchten Stellen, vorher an 16%, obwohl die Teilnehmenden ihre Mundhygiene verbessert hatten. Die Autoren führen das darauf zurück, dass Rauchen die Entzündungsreaktion des Zahnfleischs unterdrückt hatte, die nach dem Rauchstopp wieder auftritt (20). Sagen Sie deshalb Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt, dass Sie mit dem Rauchen aufhören.

Auch rissige oder schuppige Lippen werden in der Übersicht von Hughes nicht unter den Entzugssymptomen genannt. Mundtrockenheit gehört dagegen zu den häufigsten Nebenwirkungen von Cytisin: Für Desmoxan-Kapseln und Tabex wird angegeben, dass sie bei 35% der Patienten auftritt.

Wenn eine Aphthe länger als 3 Wochen nicht abheilt, blutet oder immer schmerzhafter und röter wird, müssen Sie zum Arzt oder zum Zahnarzt gehen (21). Einen dringenden Zahnarzttermin erfordern sehr schmerzhaftes und geschwollenes Zahnfleisch, lockere Zähne, rote Flecken oder ein Knoten im Mund oder an der Lippe (22).

Husten, Verstopfung und Schlaflosigkeit nach dem Rauchstopp

Anfangs kann der Husten nach dem Rauchstopp stärker werden, weil sich die Lunge von Schleim befreit (18). Wenn der Husten länger als 3 Wochen anhält, müssen Sie zum Arzt gehen. Verstopfung kann eine Folge des Nikotinentzugs sein (2), und der NHS nennt sie unter den selteneren, vorübergehenden Beschwerden. Schlaflosigkeit ist ein belegtes Entzugssymptom und in der ersten Woche am stärksten. Schlafstörungen, darunter ungewöhnliche Träume, gehören auch zu den Nebenwirkungen von Cytisin; für Desmoxan-Kapseln und Tabex wird angegeben, dass sie bei 1-21% der Patienten auftreten.

Entzugssymptom oder Nebenwirkung des Medikaments zur Rauchentwöhnung?

Entzugssymptome und Nebenwirkungen von Medikamenten zur Rauchentwöhnung sind oft dieselben, deshalb verrät das Symptom allein meist nicht die Ursache. Für Desmoxan-Kapseln sind unter anderem Appetitveränderungen, vor allem gesteigerter Appetit (47%), Reizbarkeit (36%), Stimmungsveränderungen (15%) und Angst (11%) beschrieben, diese Symptome können aber auch vom Rauchstopp selbst herrühren. Prüfen Sie vor dem Gespräch mit dem Arzt oder in der Apotheke, wann das Symptom aufgetreten ist: nach der ersten Dosis des Medikaments oder nach dem Rauchstopp. Sagen Sie auch, ob Sie noch rauchen. Bei der Anwendung von Cytisin müssen Sie spätestens am 5. Tag der Behandlung mit dem Rauchen aufhören. Wie sich die Wirkung von Cytisin von Symptomen des Nikotinentzugs unterscheiden lässt, beschreiben wir im Artikel über die Nebenwirkungen von Cytisin, den Ablauf der 25-tägigen Behandlung im Beitrag über Cytisin (Desmoxan, Tabex, Recigar).

Cytisin und Vareniclin regen die Nikotinrezeptoren nur teilweise an (partielle Agonisten). So lindern sie die Entzugssymptome und verringern zugleich den Genuss beim Rauchen (23). Die WHO empfiehlt zur Behandlung der Tabakabhängigkeit Nikotinersatztherapie, Vareniclin, Bupropion und Cytisin (24). Bei der Wahl des Medikaments sind die Zahl der gerauchten Zigaretten, frühere Aufhörversuche, Erkrankungen und eingenommene Medikamente entscheidend. Bei der Behandlung der Nikotinabhängigkeit bei Nasz Gabinet beginnen wir mit einer ärztlichen Anamnese. Wenn keine Gegenanzeigen bestehen, stellt der Arzt ein E-Rezept für das ausgewählte Medikament aus. Während der 3 Monate des Behandlungsplans erinnert die App an die Einnahme der Dosen, zählt die rauchfreien Tage und dient als Tagebuch. Gegen Aufpreis können Sie außerdem Gespräche mit einer Psychologin oder einem Psychologen vereinbaren.

Mit welchen Symptomen müssen Sie nach dem Rauchstopp dringend zum Arzt?

Die folgenden Symptome erfordern dringend medizinische Hilfe, auch wenn sie während des Rauchstopps aufgetreten sind. Sie können auf eine Erkrankung des Herzens, der Lunge oder des Nervensystems oder auf eine psychische Krise hinweisen. Warten Sie deshalb nicht, bis sie von selbst vergehen:

  • Schmerzen oder Druck in der Brust, Atemnot, Schwächeanfall oder Ohnmacht, auch zusammen mit Herzklopfen
  • plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen, Taubheitsgefühl oder Kraftlosigkeit im Gesicht, in einem Arm oder Bein, Schwierigkeiten beim Sprechen, mit dem Gleichgewicht oder beim Gehen, Verwirrtheit
  • Bluthusten, Atembeschwerden, rasch schlimmer werdender Husten, sehr schlechtes Allgemeinbefinden
  • Gedanken daran, sich das Leben zu nehmen

Über Suizidgedanken müssen Sie sofort mit einem Arzt oder einer nahestehenden Person sprechen; bleiben Sie damit nicht allein. Bei unmittelbarer Gefahr ist sofortige medizinische Hilfe nötig.

Besprechen Sie außerdem gesondert mit dem Arzt alle Medikamente, die Sie einnehmen. Tabakrauch beschleunigt den Abbau unter anderem von Clozapin, Olanzapin und Theophyllin, deshalb steigt nach dem Rauchstopp ihre Konzentration im Blut. Das gilt auch für Menschen, die Nikotinpflaster verwenden, denn für diese Wechselwirkung sind die Bestandteile des Rauchs verantwortlich, nicht das Nikotin selbst. Laut NHS Specialist Pharmacy Service (25) kann sich der Blutspiegel schon nach 3 Tagen ändern; bis er sich vollständig auf den neuen Wert eingestellt hat, vergehen 2-4 Wochen. Wenn Sie ein solches Medikament einnehmen, legen Sie noch vor dem Tag des Rauchstopps mit Ihrem behandelnden Arzt fest, wie die weitere Behandlung ablaufen soll. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauern die Symptome des Nikotinentzugs?

Die Symptome des Nikotinentzugs dauern meist 2 bis 4 Wochen. Am stärksten sind sie in der ersten Woche, am heftigsten in den ersten 3 Tagen, und innerhalb eines Monats lassen sie in der Regel deutlich nach (1, 2). Bei manchen Menschen halten sie einige Monate an, und vereinzelt kann leichtes akutes Rauchverlangen noch nach Monaten wiederkehren.

Wie lange dauert es, bis Nikotin aus dem Körper verschwunden ist?

Nikotin verschwindet schnell aus dem Blut: Seine Menge halbiert sich im Durchschnitt nach 2 Stunden, und in nennenswerter Konzentration bleibt es noch 6-8 Stunden nach der letzten Zigarette im Blut. Länger bleibt Cotinin, ein Abbauprodukt des Nikotins. Die Cotininmenge halbiert sich im Durchschnitt nach 16 Stunden (26). Die Entzugssymptome dauern länger, weil sie darauf beruhen, dass sich das Nervensystem an regelmäßige Nikotindosen angepasst hat (27).

Kann man nach dem Rauchstopp Fieber bekommen?

Fieber gehört in der Übersicht von Hughes aus dem Jahr 2007 weder zu den belegten noch zu den möglichen Symptomen des Nikotinentzugs. In den ersten 2 Wochen nach dem Rauchstopp treten häufiger Halsschmerzen, Husten, Niesen und andere Erkältungssymptome auf (17). Hohes Fieber, Atemnot, Brustschmerzen oder Bluthusten erfordern eine dringende ärztliche Untersuchung, weil sie auf eine Infektion oder eine andere Krankheit hinweisen können.

Quellen

  1. National Cancer Institute. Handling Nicotine Withdrawal and Triggers When You Decide To Quit Tobacco. cancer.gov
  2. Hughes JR. Effects of abstinence from tobacco: valid symptoms and time course. Nicotine Tob Res. 2007;9(3):315-327. PMID 17365764, DOI
  3. Hughes JR, Keely J, Naud S. Shape of the relapse curve and long-term abstinence among untreated smokers. Addiction. 2004;99(1):29-38. PMID 14678060, DOI
  4. World Health Organization. Tobacco: Health benefits of smoking cessation. 2020. who.int
  5. NHS Better Health. What could happen when you quit smoking. nhs.uk
  6. Faber MS, Fuhr U. Time response of cytochrome P450 1A2 activity on cessation of heavy smoking. Clin Pharmacol Ther. 2004;76(2):178-184. PMID 15289794, DOI
  7. Swanson JA, Lee JW, Hopp JW, Berk LS. The impact of caffeine use on tobacco cessation and withdrawal. Addict Behav. 1997;22(1):55-68. PMID 9022872, DOI
  8. Aubin HJ, Farley A, Lycett D, Lahmek P, Aveyard P. Weight gain in smokers after quitting cigarettes: meta-analysis. BMJ. 2012;345:e4439. PMID 22782848, DOI
  9. Charakterystyka Produktu Leczniczego Desmoxan, 1,5 mg, kapsułki twarde (cytyzyniklina). Rejestr Produktów Leczniczych
  10. Charakterystyka Produktu Leczniczego Tabex, 1,5 mg, tabletki powlekane (cytyzyna). Rejestr Produktów Leczniczych
  11. Charakterystyka Produktu Leczniczego Desmoxan, 1,5 mg, tabletki (cytyzyniklina). Rejestr Produktów Leczniczych
  12. Charakterystyka Produktu Leczniczego NiQuitin Przezroczysty, 21 mg/24 godz., system transdermalny. Rejestr Produktów Leczniczych
  13. NHS. Dizziness. nhs.uk
  14. NHS. Headaches. nhs.uk
  15. Morrell HER, Cohen LM, al'Absi M. Physiological and psychological symptoms and predictors in early nicotine withdrawal. Pharmacol Biochem Behav. 2008;89(3):272-278. PMID 18294681, DOI
  16. NHS. Heart palpitations. nhs.uk
  17. Ussher M, West R, Steptoe A, McEwen A. Increase in common cold symptoms and mouth ulcers following smoking cessation. Tob Control. 2003;12(1):86-88. PMID 12612369, DOI
  18. NHS. Cough. nhs.uk
  19. McRobbie H, Hajek P, Gillison F. The relationship between smoking cessation and mouth ulcers. Nicotine Tob Res. 2004;6(4):655-659. PMID 15370162, DOI
  20. Nair P, Sutherland G, Palmer RM, Wilson RF, Scott DA. Gingival bleeding on probing increases after quitting smoking. J Clin Periodontol. 2003;30(5):435-437. PMID 12716336, DOI
  21. NHS. Mouth ulcers. nhs.uk
  22. NHS. Gum disease. nhs.uk
  23. Livingstone-Banks J, Fanshawe TR, Thomas KH et al. Nicotine receptor partial agonists for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev. 2023;5(5):CD006103. PMID 37142273, DOI
  24. World Health Organization. WHO clinical treatment guideline for tobacco cessation in adults. 2024. who.int
  25. NHS Specialist Pharmacy Service. Considering drug interactions with smoking. sps.nhs.uk
  26. Benowitz NL, Hukkanen J, Jacob P 3rd. Nicotine chemistry, metabolism, kinetics and biomarkers. Handb Exp Pharmacol. 2009;(192):29-60. PMID 19184645, DOI
  27. Benowitz NL. Nicotine addiction. N Engl J Med. 2010;362(24):2295-2303. PMID 20554984, DOI
  28. NHS Specialist Pharmacy Service. Managing specific interactions with smoking. sps.nhs.uk

Fällt es Ihnen schwer, die ersten rauchfreien Tage zu überstehen?

In der App Nasz Gabinet beginnen Sie einen 3-monatigen Behandlungsplan. Er umfasst eine ärztliche Anamnese, ein E-Rezept für ein Medikament, das nach ärztlicher Prüfung ausgewählt wird, und Erinnerungen an die Einnahme in den schwierigsten ersten Tagen.