Alkoholismus in der ICD-Klassifikation und die Symptome, die dafür sprechen
Die Diagnose Alkoholabhängigkeit stellt der Arzt nach Anamnese und Untersuchung. In der Dokumentation steht sie als Code der internationalen Klassifikation der Krankheiten: F10.2 in der ICD-10 oder 6C40.2 in der neueren ICD-11. Derselbe Code steht in der Dokumentation einer öffentlichen Ambulanz wie in der einer Privatpraxis.
Wer über Jahre trinkt, verändert damit zwei Systeme im Gehirn: das Belohnungssystem und die Verarbeitung von Stress. Sind sie einmal verändert, lassen Anspannung und Unruhe erst nach, wenn der Patient wieder trinkt. So entsteht das Alkoholverlangen (Craving), und so schwindet die Kontrolle darüber, wann jemand zu trinken anfängt und wann er aufhört.
Für die Diagnose müssen mehrere Merkmale zusammenkommen und sich über viele Monate wiederholen: ein starker, kaum zu beherrschender Drang zu trinken, der Verlust der Kontrolle über die Trinkmenge, Toleranz, also der Bedarf an immer größeren Mengen, um die frühere Wirkung zu spüren, Trinken trotz sich verschlechternder Gesundheit und trotz Streit am Arbeitsplatz und zu Hause sowie Entzugserscheinungen nach einer Trinkpause. Ein einmaliger Rausch begründet die Diagnose nicht. Je mehr dieser Merkmale ein Patient zeigt, desto schwerer ist die Abhängigkeit ausgeprägt. Die Erkrankung verläuft chronisch und mit Rückfällen, deshalb planen wir die Behandlung über Monate; fängt der Patient in dieser Zeit wieder an zu trinken, ändern wir den Behandlungsplan.
Wo riskanter Konsum endet und die Krankheit beginnt
Der Alkoholabhängigkeit gehen zwei Zustände voraus, die die medizinische Klassifikation getrennt beschreibt. Riskant trinkt, wer Mengen konsumiert, die bei ihm noch keine Krankheit und keinen Streit am Arbeitsplatz oder zu Hause ausgelöst haben, bei denen das Risiko aber mit jedem Jahr steigt. Schädlicher Konsum hat in der ICD-10 einen eigenen Code, F10.1, denn die Folgen sind bereits sichtbar: erhöhter Blutdruck, schlechtere Leberwerte, Fehltage bei der Arbeit, Streit zu Hause. Eine Abhängigkeit (F10.2) stellen wir erst dann fest, wenn Alkoholverlangen, Toleranz und Entzugserscheinungen nach einer Trinkpause hinzukommen.
Beim ersten Termin füllen wir mit dem Patienten den Fragebogen AUDIT aus, den die Weltgesundheitsorganisation entwickelt hat. Die Fragen sind konkret: wie viel der Patient an einem Abend trinkt, wie oft er trinkt, ob er sich an den Verlauf eines Abends schon einmal nicht erinnern konnte, ob Angehörige ihn auf sein Trinken angesprochen haben. Wie das Ergebnis ausfällt, hängt davon ab, wie ehrlich der Patient antwortet; für uns ist es deshalb ein Einstieg ins Gespräch und keine Diagnose. Eine Alkoholabhängigkeit stellen wir erst nach Anamnese und Untersuchung fest.
Eine gesundheitlich unbedenkliche Alkoholmenge gibt es nicht; die Weltgesundheitsorganisation hat das 2023 ausdrücklich festgehalten. Deshalb fragen wir nicht nur nach der Zahl der Gläser, sondern auch danach, welche Termine und Pflichten der Patient im Lauf einer Woche wegen des Trinkens verschiebt oder absagt.
Alkoholismusbehandlung in Stettin: vom Erstgespräch bis zur Nachsorge
Die Behandlung beginnt mit einem ärztlichen Erstgespräch. Der Arzt fragt, seit wann und wie viel der Patient trinkt, prüft Begleiterkrankungen und eingenommene Medikamente, ordnet Untersuchungen an und beurteilt, ob der Entzug ärztlich überwacht werden muss. Erst danach stellen wir den Behandlungsplan zusammen.
Die weiteren Schritte folgen immer in derselben Reihenfolge. Zuerst stabilisieren wir den Gesundheitszustand; wer seit Tagen durchgehend trinkt, beginnt mit dem Alkoholentzug unter ärztlicher Aufsicht. Danach verordnen wir Medikamente oder setzen das Alkohol-Implantat (Esperal) ein, um die ersten Wochen der Abstinenz abzusichern. Am längsten dauert die Suchtpsychotherapie, die wir auf der Seite Suchttherapie in Stettin beschreiben, denn sie bringt dem Patienten bei, ohne Alkohol mit den Situationen umzugehen, die bisher mit Trinken endeten. Am Ende steht die Nachsorge. Den Behandlungsplan legen wir auf einen Monat, drei Monate, ein halbes Jahr oder ein Jahr an, je nach Gesundheitszustand und familiärer Situation des Patienten.
Wir behandeln privat, deshalb vergeben wir den ersten Termin meist innerhalb weniger Tage nach der Anmeldung. Eine anonyme Behandlung bietet keine medizinische Einrichtung an, denn die Vorschriften verlangen, eine medizinische Dokumentation zu führen und sie für eine gesetzlich festgelegte Zeit aufzubewahren. Es gilt aber die ärztliche Schweigepflicht: Ohne schriftliche Vollmacht des Patienten geben wir weder der Familie noch dem Arbeitgeber Auskunft über die Behandlung.
Alkoholismusbehandlung in Stettin: ambulant oder stationär
Die Behandlungsform legen wir beim Erstgespräch fest, nachdem wir den Patienten untersucht haben. Wir berücksichtigen, wie hoch das Risiko von Komplikationen im Entzug ist, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, wer mit dem Patienten zusammenlebt und ob zu Hause Alkohol steht.
Ambulante Alkoholismusbehandlung in Stettin
Ambulant behandeln wir Patienten ohne schwere gesundheitliche Komplikationen, bei denen im Entzug weder Krampfanfälle noch ein Alkoholdelir zu erwarten sind. Gespräche, Untersuchungen und Eingriffe finden in unserer Praxis in der Bohaterów Getta Warszawskiego 16/2 statt; die Termine richten wir nach den Arbeitszeiten des Patienten, damit er sich weder krankschreiben lassen noch Stettin verlassen muss.
Alkoholismusbehandlung in einer Einrichtung in Stettin
Einen stationären Aufenthalt schlagen wir bei langen Trinkphasen vor, bei schweren Begleiterkrankungen und dann, wenn jemand im Haushalt des Patienten täglich trinkt. Dorthin verweisen wir auch Patienten, die ambulant schon einmal rückfällig geworden sind. Wie ein Aufenthalt abläuft, beschreiben wir auf der Seite Zentrum für Suchtbehandlung in Stettin.
Online-Behandlung und E-Rezepte in Stettin
Online führen wir Kontrolltermine und einen Teil der Psychotherapiesitzungen durch und stellen dabei auch E-Rezepte aus. Diesen Weg wählen sowohl Patienten aus Stettin, denen die Anfahrt zeitlich schwerfällt, als auch Patienten, die beruflich unterwegs sind oder in den umliegenden Gemeinden wohnen. Wie stark die Entzugserscheinungen sind, lässt sich über den Bildschirm nicht beurteilen; einen Patienten im akuten Entzugssyndrom bitten wir deshalb in die Praxis oder überweisen ihn zum Alkoholentzug.
Welches Medikament das Alkoholverlangen senkt und welches den Patienten vom Trinken abhält
In der Behandlung der Alkoholabhängigkeit setzen wir vier Medikamente ein, und jedes löst ein anderes Problem. Die Auswahl trifft der Arzt: Er prüft, wie Leber und Herz arbeiten, fragt nach den übrigen Medikamenten, die der Patient einnimmt, und danach, was der Patient in den kommenden Monaten erreichen will.
Naltrexon nimmt der Patient täglich ein. Es dämpft die angenehme Wirkung des Alkohols im Gehirn: Nach einigen Tagen bringt ein Glas Wein oder Bier weder Entspannung noch bessere Stimmung, und die Gedanken an Alkohol kehren im Lauf des Tages seltener zurück. Acamprosat hilft bei etwas anderem. Nach Jahren des Trinkens bleibt das Nervensystem übererregt, der Patient schläft schlecht, ist angespannt und gereizt; Acamprosat dämpft diese Übererregung und erleichtert die ersten Monate ohne Alkohol. Nalmefen nimmt der Patient nur bei Bedarf, an Tagen, an denen er mit einer Gelegenheit zum Trinken rechnet. Nach der Tablette fällt es leichter, beim ersten Glas aufzuhören; wir setzen Nalmefen deshalb bei Patienten ein, die ihre Trinkmenge zunächst verringern und nicht sofort ganz aufhören wollen.
Disulfiram, als Tablette oder im Alkohol-Implantat (Esperal), blockiert ein Enzym, das der Körper braucht, um Alkohol vollständig abzubauen. Trinkt der Patient dennoch, sammelt sich Acetaldehyd an, ein Zwischenprodukt dieses Abbaus, und es kommt zur Disulfiram-Reaktion: Die Haut rötet sich, das Herz klopft, der Blutdruck fällt, es kommt zu Erbrechen. Diese Reaktion hält den Patienten davon ab, zum Alkohol zu greifen, das Alkoholverlangen selbst senkt sie nicht. Wer für den Eingriff infrage kommt und wie er abläuft, beschreiben wir auf der Seite Alkohol-Implantat (Esperal) in Stettin.
Medikamente allein heilen die Alkoholabhängigkeit nicht. Sie senken Anspannung und Alkoholverlangen so weit, dass der Patient Kraft für die Arbeit in der Psychotherapie hat; erst zusammen mit ihr helfen sie ihm, ohne Alkohol durchzuhalten.
Wer die Behandlung mit einem Alkoholentzug beginnt
Beim Alkoholentzug durchläuft der Patient die Entzugserscheinungen unter ärztlicher Aufsicht. Sie treten auf, weil der Körper, der täglichen Alkohol gewohnt ist, auf dessen Fehlen reagiert: Die Hände zittern, Schweißausbrüche und Unruhe kommen zurück, der Puls beschleunigt sich, der Patient findet keinen Schlaf. Den Alkohol selbst baut der Körper ohne Hilfe von außen ab und scheidet ihn aus; der Eingriff reinigt also nicht von Giftstoffen, sondern lindert diese Beschwerden mit Medikamenten und gleicht den Mangel an Wasser, Elektrolyten und Vitaminen aus.
Ärztlich überwacht werden muss der Entzug, wenn ein Patient eine mehrtägige Trinkphase beendet, wenn er früher Krampfanfälle oder ein Alkoholdelir durchgemacht hat, wenn er herz- oder leberkrank ist oder wenn er in hohem Alter ist. Bei ihm kann das Aufhören ohne Medikamente mit Krampfanfällen und einem Alkoholdelir enden, und beide Zustände sind lebensbedrohlich. Deshalb bieten wir den Alkoholentzug nicht online an. Wie der Eingriff abläuft, welche Untersuchungen dazugehören und wie lange er dauert, beschreiben wir auf der Seite Alkoholentzug in Stettin.
Nach dem Entzug fühlt sich der Patient besser als seit Monaten, und genau dann bricht er die Behandlung am häufigsten ab. Der Eingriff beseitigt die Entzugserscheinungen, er senkt aber das Alkoholverlangen nicht und ändert nichts an den Gründen, aus denen der Patient getrunken hat. Deshalb legen wir schon vor dem Entzug fest, wer die Psychotherapie übernimmt, welche Medikamente der Patient danach einnimmt und wann er zum ersten Kontrolltermin kommt.
Was wir tun, wenn ein Patient während der Behandlung wieder trinkt
Wer während der Behandlung wieder zum Alkohol greift, verliert damit nicht die Monate, die er bis dahin gearbeitet hat. Wie es weitergeht, hängt vor allem davon ab, nach wie vielen Tagen der Patient uns anruft. Nach einem einzelnen Abend mit Alkohol kehrt er ohne Entzug und ohne Wechsel der Medikamente in den Behandlungsplan zurück. Nach zwei Wochen Trinken drohen beim Aufhören bereits Krampfanfälle, deshalb beginnt der Patient mit einem Alkoholentzug; die Psychotherapie nehmen wir erst wieder auf, wenn sein Zustand stabil ist.
Meldet sich der Patient, fragen wir, wie viel und wie lange er getrunken hat, prüfen die Entzugserscheinungen und entscheiden, ob ein Entzug nötig ist. Danach setzen wir den unterbrochenen Behandlungsplan fort, ändern die Dosis oder das Medikament und sehen den Patienten in den nächsten Wochen engmaschiger. Erklärungen verlangen wir dabei nicht: Die Scham vor diesem Gespräch kostet den Patienten weitere Tage, an denen er trinkt.
Ein Rückfall kommt selten ohne Vorzeichen. Ihm gehen vergessene Tabletten voraus, abgesagte Psychotherapiesitzungen, wiederkehrende Schlaflosigkeit und der Gedanke, dass ein Bier nun wirklich nicht mehr schade. Wir bringen dem Patienten bei, diese Signale zu erkennen und zu reagieren, bevor er zum Alkohol greift; den Angehörigen sagen wir deutlich, dass ein Anruf bei uns in einem solchen Moment mehr hilft als ein Streit zu Hause.
Was im ersten Jahr nach der Behandlung die Abstinenz stützt
In den ersten Monaten ohne Alkohol ist das Rückfallrisiko am höchsten: Die Entzugserscheinungen sind vorbei, der Alltag des Patienten hat sich aber noch nicht geändert. Deshalb bleibt er nach der intensiven Phase der Behandlung weiter bei uns in Betreuung, auch wenn wir die Termine seltener ansetzen.
In dieser Phase arbeiten wir vor allem an der Rückfallprophylaxe. Gemeinsam mit dem Patienten schreiben wir die Situationen auf, in denen das Alkoholverlangen bei ihm zurückkommt, etwa den Zahltag, eine Dienstreise oder einen Streit zu Hause, und legen für jede einen Handlungsplan fest: was der Patient in den ersten Minuten tut, wen er anruft, womit er den Abend füllt. Der bloße Vorsatz, nicht mehr zu trinken, reicht in dieser Phase nicht aus.
Die Medikamente, die die Abstinenz stützen, nimmt der Patient so lange ein, wie der Arzt sie verordnet, auch nach dem Ende der Psychotherapie. Wir raten zusätzlich zu einer Selbsthilfegruppe, denn zwischen den Terminen bei uns hat der Patient dort Kontakt zu Menschen in derselben Lage. Wir legen außerdem fest, woran der Patient und seine Angehörigen einen nahenden Rückfall erkennen und wann sie sich bei uns melden.
Warum Angehörige eines trinkenden Menschen seltener Hilfe für sich suchen
An die kommunalen Informations- und Beratungsstellen (gminne punkty informacyjno-konsultacyjne) in der Woiwodschaft Zachodniopomorskie wandten sich 2024 6 398 Menschen mit einem Alkoholproblem und 2 998 erwachsene Familienangehörige, darunter co-abhängige Personen und erwachsene Kinder von Alkoholikern. Die trinkenden Personen erhielten 12 707 Beratungen, die Angehörigen 4 469, also etwa zwei Beratungen je trinkender Person und anderthalb je erwachsenem Angehörigen. Angehörige melden sich demnach seltener als trinkende Personen, und auf sie entfallen auch weniger Beratungen. Die Zahlen stammen aus den Berichten von 111 der 113 Gemeinden der Woiwodschaft und sind als vorläufige Ergebnisse veröffentlicht. Die Gemeinden führen diese Stellen selbst: Sie erteilen Auskünfte und verweisen an Einrichtungen, behandeln aber nicht.
Co-Abhängigkeit entwickelt sich in einer Familie über Jahre: Die Angehörigen kontrollieren die trinkende Person, verbergen ihr Trinken vor Bekannten, begleichen ihre Schulden und entschuldigen ihre Fehltage bei der Arbeit. Damit schirmen sie die trinkende Person vor den Folgen des Trinkens ab und halten das Trinken gerade dadurch aufrecht. Eine Therapie für Angehörige zeigt, wie sie aus der Rolle heraustreten, in der sie kontrollieren und versorgen, und sich wieder um das eigene Leben kümmern. Mit erwachsenen Kindern von Alkoholikern arbeiten wir gesondert.
Angehörige wollen am häufigsten wissen, wie sie die trinkende Person zu einer Behandlung bewegen. Wir schlagen ihnen dann ein Gespräch für sie selbst vor, denn wenn sie es vorher mit einem Therapeuten vorbereiten, stimmt die trinkende Person einem Termin eher zu als nach einem Streit am Ende der nächsten Trinkphase. Das Gesetz über die Erziehung zur Nüchternheit (ustawa o wychowaniu w trzeźwości, das polnische Alkoholgesetz) eröffnet der Familie dabei einen Weg, den es bei anderen Abhängigkeiten nicht gibt: Eine Meldung bei der kommunalen Kommission zur Lösung von Alkoholproblemen (gminna komisja rozwiązywania problemów alkoholowych) setzt ein Verfahren in Gang, das mit einem Antrag bei Gericht enden kann, die Person zur Suchtbehandlung zu verpflichten.
Wie wir Alkoholismus behandeln, wenn eine Depression oder eine Angststörung hinzukommt
Nach Depressionen, Angststörungen und einer posttraumatischen Belastungsstörung fragen wir jeden Patienten schon beim Erstgespräch, denn bei alkoholabhängigen Menschen kommen sie deutlich häufiger vor als bei anderen Patienten. Alkohol dämpft Angst für kurze Zeit und erleichtert das Einschlafen, doch nach einigen Wochen regelmäßigen Trinkens kehrt die Angst stärker zurück, und der Schlaf wird flach und unterbrochen.
Behandeln wir nur das Trinken und lassen die Depression unbehandelt, hält die Wirkung nur kurz an. Die Depression nimmt dem Patienten die Kraft, die er für die Suchttherapie braucht, und der Alkohol wirkt selbst auf Schlaf und Stimmung, sodass sich der Erfolg einer antidepressiven Behandlung schwer beurteilen lässt, solange der Patient trinkt. Bei einer solchen Doppeldiagnose behandeln wir deshalb beide Erkrankungen nach einem gemeinsamen Plan: Der Psychiater behandelt die Depression oder die Angststörung, der Suchttherapeut arbeitet mit dem Patienten am Trinken, und beide tauschen laufend aus, wie es vorangeht.
Ein Teil der Angstsymptome und der depressiven Symptome lässt nach einigen Wochen Abstinenz nach, deshalb beurteilt der Psychiater den Zustand des Patienten erneut, sobald die Entzugserscheinungen abgeklungen sind. Ist die Depression ausgeprägt, hat sie Vorrang, denn die Suchtpsychotherapie verlangt eine Anstrengung, zu der ein schwer depressiver Patient keine Kraft hat.
Wann sich Patienten in der Woiwodschaft Zachodniopomorskie zur Behandlung melden
Im Jahr 2024 nahmen die Ambulanzen für psychische Gesundheit und für Suchtbehandlung in der Woiwodschaft Zachodniopomorskie 5 335 Menschen mit der Diagnose alkoholbedingter Störungen auf. Bei 4 489 von ihnen, also bei 84,1 Prozent, lautete die Diagnose Abhängigkeitssyndrom; 469 Personen (8,8 Prozent) kamen mit einer Diagnose aus der Vorstufe, also noch ohne das voll ausgeprägte Abhängigkeitssyndrom, oder mit einer akuten Alkoholvergiftung. Im ganzen Land fielen die Anteile ähnlich aus: 85,1 sowie 9,7 Prozent (Daten der Bank Danych Lokalnych GUS, der lokalen Datenbank des polnischen Statistikamts).
In die Ambulanzen kommen Patienten also meist erst dann, wenn die Alkoholabhängigkeit bereits weit fortgeschritten ist. Die Statistik erfasst dabei Patienten der Ambulanzen und nicht alle erkrankten Einwohner, und sie ordnet jeden Patienten der Adresse der Einrichtung zu, in der er sich behandeln lässt; bis auf die Ebene einer einzelnen Stadt reicht die öffentliche Statistik nicht, gesonderte Zahlen für Stettin gibt es daher nicht. Wer sich früher meldet, wird anders behandelt: Bei schwächeren Entzugserscheinungen reicht häufiger eine ambulante Behandlung ohne Alkoholentzug.

















