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Vor einer Adipositasbehandlung veranlasst der Arzt einige grundlegende Blut- und Urinuntersuchungen. Die Ergebnisse zeigen, ob die Adipositas bereits Folgeerkrankungen verursacht hat, die parallel behandelt werden müssen, etwa Prädiabetes, Fettstoffwechselstörungen oder eine Fettleber. Außerdem zeigen sie, ob etwas gegen die gewählte Behandlung spricht. Die Empfehlungen der Polnischen Gesellschaft für Adipositasbehandlung (PTLO) von 2024 nennen acht solche Untersuchungen: Nüchternblutzucker, oralen Glukosetoleranztest oder glykiertes Hämoglobin (HbA1c, „Langzeitblutzucker“), Lipidprofil, Harnsäure, TSH, ALT (GPT) und AST (GOT), Kreatinin mit eGFR, Blutbild und Urinuntersuchung (PTLO 2024). Beim Termin misst der Arzt außerdem den Blutdruck, mit einer Manschette passend zum Oberarmumfang. Weitere Hormone, Insulin oder Kortisol werden nicht bei jedem Patienten bestimmt; der Arzt veranlasst sie, wenn Beschwerden oder frühere Befunde darauf hinweisen.

Kurz gesagt
- Die polnischen Leitlinien empfehlen bei jedem Menschen mit Adipositas acht Untersuchungen: Blutzucker oder HbA1c, Lipidprofil, Harnsäure, TSH, ALT und AST, Kreatinin mit eGFR, Blutbild und Urinuntersuchung.
- Die Untersuchungen dienen dazu, Folgeerkrankungen der Adipositas wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder eine Fettleber zu erkennen und zu prüfen, ob das gewählte Medikament für Sie sicher ist.
- Vor dem ersten Termin müssen Sie nicht das komplette Paket machen lassen. Bringen Sie Befunde aus den letzten Monaten mit, fehlende Untersuchungen veranlasst der Arzt selbst.
- Kortisol, Testosteron oder eine Schlafuntersuchung veranlasst der Arzt nur bei bestimmten Beschwerden. Ein einheitliches Paket für alle gibt es nicht.
Muss ich vor dem ersten Termin Untersuchungen machen lassen?
Nein. Beim ersten Termin fragt der Arzt nach Ihrer Krankengeschichte, misst Körpergewicht, Taillenumfang und Blutdruck und veranlasst dann die Untersuchungen, die noch fehlen. Wenn Sie Befunde aus den letzten Monaten haben, nutzt der Arzt sie in der Regel und lässt nicht alles von vorn wiederholen.
Alle acht Basisuntersuchungen kann der Hausarzt auf Kosten des NFZ (Nationaler Gesundheitsfonds) veranlassen, für Sie also kostenlos, denn sie gehören zum Leistungskatalog der hausärztlichen Versorgung (POZ). Bringen Sie außerdem Entlassbriefe aus dem Krankenhaus, gegebenenfalls Befunde bildgebender Untersuchungen und eine Liste Ihrer Medikamente mit Dosierung mit. Was Sie sonst noch vorbereiten sollten und wonach der Arzt fragt, beschreiben wir im Ratgeber Adipositas behandeln: Wo fängt man an?.
Welche Befunde bringe ich zum ersten Termin bei Nasz Gabinet mit?
Für den ersten Termin im Rahmen der Adipositasbehandlung bei Nasz Gabinet reichen Befunde aus der Hausarztpraxis (POZ), falls Sie welche haben. Der Arzt prüft, welche Basisuntersuchungen fehlen, und veranlasst nur diese. Der erste Termin kostet 250 PLN, egal ob vor Ort in der Praxis oder online. Vor Ort behandeln wir in Breslau, Warschau, Łódź, Krakau und Kattowitz. Wenn Sie in einer anderen Stadt wohnen, schicken Sie uns vor dem Online-Termin Ihre Befunde sowie selbst gemessene Werte von Gewicht und Blutdruck. Der Arzt entscheidet dann, ob er vor der Indikationsstellung noch eine Untersuchung vor Ort braucht.
Welche Untersuchungen veranlasst der Arzt vor einer Adipositasbehandlung?
Die Grundlage bilden acht Laboruntersuchungen, die die PTLO bei jedem Menschen mit Übergewicht oder Adipositas empfiehlt, sowie die Blutdruckmessung in der Praxis. Weitere Untersuchungen veranlasst der Arzt, wenn Anamnese, körperliche Untersuchung oder Befunde auf eine bestimmte Krankheit hinweisen.
| Untersuchung | Wozu sie dient | Worauf der Arzt beim Ergebnis achtet | Für wen der Arzt sie veranlasst |
|---|---|---|---|
| Nüchternblutzucker, HbA1c oder oGTT | Erkennen von Prädiabetes und Typ-2-Diabetes | Blutzucker 100-125 mg/dl oder HbA1c 5,7-6,4% bedeutet Prädiabetes; ab 126 mg/dl in zwei Messungen oder HbA1c ab 6,5% Diabetes | alle |
| Lipidprofil (Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Non-HDL, Triglyceride) | Einschätzung des Risikos für Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall | Triglyceride über 440 mg/dl, nicht nüchtern gemessen: Wiederholung nüchtern; über 880 mg/dl: Risiko einer Bauchspeicheldrüsenentzündung | alle |
| Harnsäure | Erkennen einer Hyperurikämie, die Stoffwechselstörungen begleitet | ein erhöhter Wert begünstigt Gicht und Nierensteine | alle |
| TSH | Erkennen einer Schilddrüsenunterfunktion | bei erhöhtem TSH zusätzlich fT4 und TPO-Antikörper | alle |
| ALT und AST | Erkennen einer Fettleber und anderer Lebererkrankungen | bei Fettleber FIB-4-Index; ab 1,3 Indikation für eine Elastografie | alle |
| Kreatinin mit eGFR | Beurteilung der Nierenfunktion vor Beginn einer medikamentösen Behandlung | eGFR unter 30: Semaglutid und Liraglutid nicht empfohlen | alle |
| Blutbild | Erkennen einer Blutarmut (Anämie) | Thrombozytenzahl, die für die Berechnung des FIB-4 nötig ist | alle |
| Urinuntersuchung | Beurteilung der Nieren und des Zuckerstoffwechsels | Eiweiß oder Zucker im Urin | alle |
| 1-mg-Dexamethason-Hemmtest | Ausschluss eines Cushing-Syndroms | Ergebnis, das die Krankheit nicht ausschließt: Überweisung an einen Endokrinologen | bei Anzeichen eines Kortisolüberschusses und vor einer Adipositasoperation |
| Gesamttestosteron | Erkennen eines Testosteronmangels bei Männern | auffälliges Ergebnis oder Wert nahe der unteren Grenze: weitere Hormonuntersuchungen | bei Beschwerden, Typ-2-Diabetes oder metabolischem Syndrom |
| Polysomnografie | Diagnose einer obstruktiven Schlafapnoe | Zahl der Atemaussetzer im Schlaf | bei Verdacht auf Schlafapnoe |
Wie wird ein Diabetes erkannt: Blutzucker, HbA1c oder oGTT?
Typ-2-Diabetes ist die häufigste Folgeerkrankung der Adipositas und verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Prädiabetes liegt vor bei einem Nüchternblutzucker von 100 bis 125 mg/dl oder einem HbA1c von 5,7 bis 6,4%, Diabetes bei einem Nüchternblutzucker von mindestens 126 mg/dl in zwei Messungen oder einem HbA1c von mindestens 6,5% (PTD 2025). Das glykierte Hämoglobin spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 2-3 Monate wider, deshalb müssen Sie dafür nicht nüchtern sein. Der orale Glukosetoleranztest mit 75 g Glukose (oGTT) dauert 2 Stunden; der Arzt veranlasst ihn meist, wenn frühere Werte im Grenzbereich lagen. Die US-amerikanische Expertengruppe USPSTF empfiehlt ein Diabetes-Screening bei allen Erwachsenen im Alter von 35-70 Jahren mit Übergewicht oder Adipositas (USPSTF, JAMA 2021).
Wie verändert Diabetes die Adipositasbehandlung?
Bei Diabetes behandelt der Arzt beide Krankheiten gleichzeitig. Spritzen Sie Insulin oder nehmen Sie einen Sulfonylharnstoff ein, verringert der Arzt vor Beginn der medikamentösen Adipositasbehandlung deren Dosis und bittet Sie, den Blutzucker häufiger zu messen, denn die Kombination dieser Medikamente erhöht das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Bei einer diabetischen Netzhauterkrankung (Retinopathie) ist vor einer Behandlung mit Semaglutid außerdem eine augenärztliche Kontrolle nötig.
Was zeigen Lipidprofil und Harnsäure bei Adipositas?
Bei bauchbetonter Adipositas ist folgendes Muster typisch: hohe Triglyceride, niedriges HDL-Cholesterin und erhöhtes Non-HDL-Cholesterin. Ein solches Lipidprofil zeigt ein höheres Atheroskleroserisiko an. Fettstoffwechselstörungen werden parallel zur Gewichtsabnahme behandelt, deshalb wird bei jedem Menschen mit Adipositas ein Lipidprofil bestimmt. Nüchtern müssen Sie dafür nicht sein. Die europäischen Fachgesellschaften für Atherosklerose und Labormedizin kamen zu dem Schluss, dass sich die Werte nach einer normalen Mahlzeit nur in klinisch unbedeutendem Maß verändern; eine Wiederholung im nüchternen Zustand empfehlen sie erst bei Triglyceriden über 440 mg/dl (Nordestgaard et al., Eur Heart J 2016). Triglyceride über 880 mg/dl bedeuten ein Risiko für eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung und erfordern eine dringende ärztliche Abklärung.
Zu den Basisuntersuchungen gehört auch die Harnsäure. Ein erhöhter Wert, die Hyperurikämie, tritt häufig zusammen mit Adipositas, Bluthochdruck und Störungen des Zuckerstoffwechsels auf. Eine unbehandelte Hyperurikämie begünstigt Gicht und Nierensteine.
Warum wird bei Adipositas immer der TSH-Wert bestimmt?
TSH wird bei jedem Menschen mit diagnostizierter Adipositas bestimmt, unabhängig davon, ob Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion bestehen. Nach den polnischen Empfehlungen findet sich eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion bei 14,6% der Menschen mit Adipositas, eine manifeste bei 14% (PTLO 2024). Eine unbehandelte manifeste Unterfunktion verschlechtert das Befinden, erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und macht eine wirksame Adipositasbehandlung unmöglich. Ist das TSH erhöht, lässt der Arzt zusätzlich fT4 und TPO-Antikörper bestimmen. Ein mäßig erhöhtes TSH kann auch eine Folge der Adipositas selbst sein, deshalb entscheidet der Arzt erst nach diesen Untersuchungen, ob Schilddrüsenmedikamente nötig sind.
Was sagen ALT und AST über die Leber aus?
Die metabolisch bedingte Fettlebererkrankung (MASLD) betrifft 70-80% der Menschen mit Adipositas und verursacht jahrelang keine Beschwerden. Erhöhte ALT- und AST-Werte sind oft das erste Anzeichen einer Lebererkrankung. Bei einer Fettleber berechnet der Arzt den FIB-4-Index aus Alter, ALT, AST und Thrombozytenzahl. Ein Wert unter 1,3 bedeutet ein geringes Fibroserisiko, ein Wert von 1,3 oder höher ist eine Indikation für eine Elastografie, also eine Messung der Lebersteifigkeit. Erhöhte Leberwerte haben auch andere Ursachen, darunter regelmäßiger Alkoholkonsum, eine Virushepatitis und manche Medikamente. Welche Werte auf Alkohol hinweisen, beschreiben wir im Artikel darüber, welche Blutwerte auf Alkoholmissbrauch hinweisen.
Warum Kreatinin, eGFR und Urinuntersuchung vor Behandlungsbeginn?
Kreatinin mit eGFR zeigt, wie gut die Nieren arbeiten. Adipositas-Medikamente aus der Gruppe der GLP-1-Analoga verursachen häufig Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, und eine Austrocknung (Dehydratation) verschlechtert die Nierenfunktion, besonders wenn sie bereits eingeschränkt ist. Bei schwerer Niereninsuffizienz (eGFR unter 30) raten die Hersteller von Semaglutid und Liraglutid von der Anwendung ab. Die Urinuntersuchung ergänzt die Beurteilung der Nieren: Adipositas begünstigt eine Überlastung der Nierenkörperchen (Glomeruli), und ein Zeichen dieser Überlastung ist Eiweiß im Urin. Zucker im Urin weist dagegen auf einen hohen Blutzucker hin.
Wozu ein Blutbild vor der Adipositasbehandlung?
Das Blutbild deckt eine Blutarmut (Anämie) auf, zum Beispiel durch Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel. Menschen mit Adipositas haben häufiger einen solchen Mangel, und sehr strenge Diäten sowie Adipositasoperationen verstärken ihn zusätzlich. Aus dem Blutbild stammt auch die Thrombozytenzahl, die für die Berechnung des FIB-4 nötig ist.
Wann veranlasst der Arzt bei Adipositas weitere Untersuchungen?
Weitere Untersuchungen veranlasst der Arzt, wenn Beschwerden oder Befunde auf eine Krankheit hinweisen, die das Basisprogramm nicht erfasst. Die Empfehlungen nennen folgende Situationen: Zyklusstörungen bei Frauen, Erektionsstörungen bei Männern, Verdacht auf Hormonerkrankungen, Ödeme, Depression, Herzerkrankungen, Gallensteine, obstruktive Schlafapnoe und sekundäre Adipositas. Frauen fragt der Arzt nach der Regelmäßigkeit des Zyklus, denn unregelmäßige Zyklen können auf ein polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) hinweisen.
Muss bei Adipositas das Kortisol bestimmt werden?
Nicht bei jedem. Ein Kortisolüberschuss findet sich bei etwa 0,9% der Menschen mit Adipositas, deshalb wird nicht bei allen nach einem Cushing-Syndrom gesucht. Der Arzt veranlasst diese Diagnostik bei Anzeichen wie breiten, roten Dehnungsstreifen, leicht entstehenden Blutergüssen und Schwäche der Oberschenkel- und Oberarmmuskulatur, außerdem bei bauchbetonter Adipositas zusammen mit Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Osteoporose. So empfiehlt es auch die US-amerikanische Endocrine Society: Auf ein Cushing-Syndrom sollte bei Patienten mit mehreren, zunehmenden Symptomen getestet werden (Nieman et al., J Clin Endocrinol Metab 2008). Als Screeningtest dient der 1-mg-Dexamethason-Hemmtest. Die PTLO rät davon ab, zu diesem Zweck das morgendliche Kortisol im Blut zu bestimmen, auch wenn diese Untersuchung häufig in kommerziellen Laborpaketen enthalten ist. Ein Hyperkortisolismus wird außerdem bei jedem Patienten vor einer geplanten Adipositasoperation ausgeschlossen.
Wann wird bei Adipositas das Testosteron bestimmt?
Ein Testosteronmangel besteht bei 32,7-45% der Männer mit Adipositas, die Leitlinien sehen jedoch nicht vor, bei jedem von ihnen Hormone zu bestimmen. Der Arzt fragt nach Beschwerden wie nachlassender Libido, Erektionsstörungen, Unfruchtbarkeit, verminderter Muskelkraft oder einer Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie). Das Gesamttestosteron wird bei solchen Beschwerden bestimmt sowie bei Männern mit Typ-2-Diabetes oder metabolischem Syndrom. Eine Gewichtsabnahme um 5-10% kann den Testosteronspiegel anheben.
Wann sind Schlafuntersuchung, Herzultraschall und Belastungs-EKG nötig?
Lautes Schnarchen mit Atempausen, morgendliche Kopfschmerzen und Tagesschläfrigkeit sind Anzeichen einer obstruktiven Schlafapnoe. Bei einem solchen Verdacht wird eine Polysomnografie durchgeführt, also eine nächtliche Schlafuntersuchung. Die Beurteilung des Herzens ergänzen bei Bedarf ein Belastungs-EKG und ein Herzultraschall (Echokardiografie).
Wie beurteilt der Arzt Stimmung und Essverhalten?
Bei Verdacht auf eine Depression schätzt der Arzt die Stimmung zunächst ein, zum Beispiel mit dem Beck-Depressions-Inventar. Gedrückte Stimmung und Essanfälle beeinflussen die Wahl der Behandlung, deshalb fragt der Arzt schon beim ersten Termin danach.
Müssen Insulin und Vitamin D bestimmt und der HOMA-IR berechnet werden?
Insulin, HOMA-IR und Vitamin D stehen nicht auf der Liste der Untersuchungen, die bei jedem Menschen mit Adipositas empfohlen werden. Viele Labore verkaufen jedoch Adipositas-Pakete, die Nüchterninsulin, den HOMA-IR-Index, morgendliches Kortisol und Vitamin D als Standard anbieten. Über die Diagnose von Prädiabetes und Diabetes entscheiden Blutzucker, HbA1c und oGTT, und der Insulinwert ändert nichts an der Entscheidung, ob eine Adipositasbehandlung infrage kommt. Vitamin D, Ferritin oder Vitamin B12 lässt der Arzt bestimmen, wenn Beschwerden, die Ernährung oder eine geplante Adipositasoperation auf ein Mangelrisiko hinweisen.
Muss vor der Behandlung das Calcitonin bestimmt oder die Schilddrüse per Ultraschall untersucht werden?
Nicht routinemäßig. Patienten fragen nach diesen Untersuchungen, weil in den Packungsbeilagen der GLP-1-Analoga das medulläre Schilddrüsenkarzinom erwähnt wird. Dieser Tumor wurde in Studien an Nagetieren beobachtet, und die US-amerikanische Fachinformation dieser Medikamente empfiehlt weder eine routinemäßige Calcitoninbestimmung noch einen Schilddrüsenultraschall vor der Behandlung. Der Arzt fragt aber, ob diese Krebsart oder eine multiple endokrine Neoplasie Typ 2 (MEN 2) in der Familie vorgekommen ist. Auch die Pankreasenzyme werden nicht routinemäßig bestimmt.
Welche Untersuchungen werden während der Adipositasbehandlung wiederholt?
Bei jedem Kontrolltermin prüft der Arzt Körpergewicht, Taillenumfang, Blutdruck und Puls. Nach den polnischen Leitlinien ist eine medikamentöse Behandlung wirksam, wenn das Körpergewicht nach 3 Monaten Behandlung mit der therapeutischen Dosis um mindestens 5% sinkt (PTLO 2024). Blutuntersuchungen, vor allem Blutzucker oder HbA1c, Lipidprofil, ALT, AST und Kreatinin, werden alle paar Monate wiederholt. Sie zeigen, ob sich die Folgeerkrankungen der Adipositas unter der Behandlung bessern. Bessern sich Blutdruck, Blutzucker oder Blutfette, ist eine Fortsetzung der Behandlung auch dann gerechtfertigt, wenn das Gewicht um weniger als 5% gesunken ist. Wie oft untersucht wird, legt der behandelnde Arzt fest, abhängig von den Ausgangswerten und dem verwendeten Medikament.
Wer Diabetes hat und Insulin spritzt, misst den Blutzucker häufiger als sonst, und wer gerinnungshemmende Medikamente wie Warfarin oder Acenocoumarol einnimmt, kontrolliert zu Beginn der Behandlung häufiger den INR-Wert.
Welche Beschwerden während der Adipositasbehandlung erfordern dringende Hilfe?
Eine plötzliche Schwellung von Lippen, Zunge oder Rachen, starke Atemnot oder Bewusstlosigkeit können eine schwere allergische Reaktion bedeuten und erfordern sofortige medizinische Hilfe, ohne vorher die Praxis zu kontaktieren. Ebenso dringend ist Herzklopfen oder Herzrasen, das mit Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht einhergeht.
Sofort ärztlich abgeklärt werden müssen außerdem:
- starke, anhaltende Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können
- Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen mit Fieber oder Gelbfärbung von Haut und Augen
- plötzlicher Verlust des Sehvermögens oder eine rasche Verschlechterung des Sehens
- eine plötzliche Schwellung des Gesichts
- anhaltendes Herzklopfen oder Herzrasen
Wenden Sie sich bei diesen Beschwerden sofort an einen Arzt. Wenn Sie nicht schnell Hilfe bekommen, gehen Sie in die Notaufnahme eines Krankenhauses (SOR). Warten Sie nicht bis zum Ende des Tages und nicht bis zum geplanten Kontrolltermin.
Wenden Sie sich auch dringend an einen Arzt, wenn Sie wiederholt erbrechen und keine Flüssigkeit bei sich behalten können. Das kann zu einer Austrocknung (Dehydratation) führen, besonders bei Menschen mit einer Nierenerkrankung.
Häufig gestellte Fragen
Muss man für die Untersuchungen vor einer Adipositasbehandlung nüchtern sein?
Nüchtern, also nach mindestens 8 Stunden ohne Essen, werden der Blutzucker bestimmt und der oGTT durchgeführt. Für glykiertes Hämoglobin, TSH und Lipidprofil müssen Sie nicht nüchtern sein, aber wenn alle Blutproben am selben Tag entnommen werden, kommen Sie am einfachsten morgens vor dem Frühstück. Wasser dürfen Sie trinken.
Können ältere Befunde verwendet werden?
Wie alt ein Befund sein darf, ist nicht für alle Untersuchungen gleich. Befunde aus den letzten paar Monaten nutzt der Arzt in der Regel, wenn sich in dieser Zeit weder das Körpergewicht noch die Medikamente noch das Befinden verändert haben. Bringen Sie auch ältere Befunde mit, denn sie zeigen, wie sich Blutzucker, Blutfette oder Leberwerte entwickelt haben. Welche Untersuchungen wiederholt werden, entscheidet der Arzt beim Termin.
Kann man die Untersuchungen vor einer Adipositasbehandlung über den NFZ machen lassen?
Ja. Blutzucker, HbA1c, Lipidprofil, Harnsäure, TSH, ALT, AST, Kreatinin, Blutbild und Urinuntersuchung veranlasst der Hausarzt kostenlos, wenn er sie für nötig hält. Die Befunde aus der Hausarztpraxis (POZ) können Sie auch zu einem privaten Termin bei einem Arzt für Adipositasbehandlung mitbringen.
Verschreibt der Arzt ein Medikament gegen Adipositas ohne Untersuchungen?
Nein. Bevor der Arzt ein Medikament verordnet, beurteilt er Ihren Gesundheitszustand. Ob die Behandlung infrage kommt, hängt von BMI, Taillenumfang und Begleiterkrankungen ab, und die Blut- und Urinbefunde zeigen, ob das Medikament sicher ist und ob andere Medikamente, zum Beispiel gegen Diabetes, anders dosiert werden müssen.
Quellen
- Bąk-Sosnowska M, Białkowska M, Bogdański P et al. Zalecenia kliniczne dotyczące postępowania u chorych na otyłość 2024 - stanowisko Polskiego Towarzystwa Leczenia Otyłości (Klinische Empfehlungen zur Behandlung von Patienten mit Adipositas, Stellungnahme der PTLO). Medycyna Praktyczna, Sonderausgabe, September 2024. ptlo.org.pl
- Polskie Towarzystwo Diabetologiczne. Zalecenia kliniczne dotyczące postępowania u chorych z cukrzycą 2025 (Klinische Empfehlungen zur Behandlung von Patienten mit Diabetes, Polnische Diabetes-Gesellschaft). ptdiab.pl
- US Preventive Services Task Force, Davidson KW, Barry MJ et al. Screening for Prediabetes and Type 2 Diabetes: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement. JAMA. 2021;326(8):736-743. PMID 34427594, DOI
- Nordestgaard BG, Langsted A, Mora S et al. Fasting is not routinely required for determination of a lipid profile. Eur Heart J. 2016;37(25):1944-1958. PMID 27122601, DOI
- Nieman LK, Biller BMK, Findling JW et al. The diagnosis of Cushing's syndrome: an Endocrine Society Clinical Practice Guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2008;93(5):1526-1540. PMID 18334580, DOI
- Europäische Arzneimittel-Agentur. Wegovy (Semaglutid) - Fachinformation. ema.europa.eu
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