Nach 65 stehen Beweglichkeit, Lebensqualität und Gesundheit im Vordergrund. Abnahmetempo, Eiweißzufuhr und Übungen richten sich nach Ernährungszustand und Fähigkeiten; Medikamente kommen bei überwiegendem erwartetem Nutzen infrage. Die PTLO nennt Schätzungen von jährlich 0,5 bis 1% Verlust fettfreier Masse ab dem dritten Lebensjahrzehnt und 10 bis 20% Muskelverlust bis zum siebten Lebensjahrzehnt. Das beschreibt nicht den Verlauf bei jedem Einzelnen. Wer allein durch Diät 15 kg verliert, kann auch Muskeln verlieren. Muskelverlust geht mit Schwäche, ungünstigerer Prognose, Stürzen und Verlust der Selbstständigkeit einher. Das Gewicht allein misst deshalb den Erfolg nicht ausreichend.
Bei Verdacht auf sarkopene Adipositas wird zunächst die Muskelfunktion und dann die Körperzusammensetzung, also Fett- und Muskelanteil, beurteilt. Eine Methode ist die Bioimpedanzanalyse (BIA), deren Ergebnis unter anderem vom Flüssigkeitshaushalt und Gerät abhängt. Eine beliebige BIA-Waage reicht zur zuverlässigen Diagnose nicht aus. Wer schwer vom Stuhl aufsteht, braucht einen anderen Plan als jemand gleichen Gewichts, der problemlos Treppen steigt.
| Behandlungsbereich | Jüngerer Patient | Patient nach 65 |
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Diagnose | BMI, Taille und Folgeerkrankungen | BMI, Taille, Muskelfunktion und Flüssigkeitshaushalt; bei Sarkopenieverdacht auch Körperzusammensetzung |
Ziel im ersten Halbjahr | Oft 5 bis 10% Gewichtsabnahme, je nach Gesundheit | Beweglichkeit, weniger Gelenkschmerz, bessere Blutdruck- und Glukosewerte; etwa 0,5 kg wöchentlich als Orientierung, nicht als Vorgabe |
Kaloriendefizit | Oft 500 bis 750 kcal täglich, individuell gewählt | Bei 500 bis 750 kcal muss das Mangelernährungsrisiko berücksichtigt werden; keine Hungerkuren oder sehr kalorienarmen Diäten |
Eiweiß | Ungefähr 1 bis 1,5 g/kg Sollgewicht täglich, ärztlich oder ernährungstherapeutisch festgelegt | PTLO nennt 1 bis 1,2 g/kg, bei Sarkopenie etwa 1,5 g/kg täglich; Fachperson legt das Rechengewicht fest und berücksichtigt Nieren und Ernährung, statt automatisch das aktuelle Gewicht einzusetzen; 20 bis 30 g Eiweiß pro Mahlzeit müssen zum Tagesziel passen |
Bewegung | Ziel: 150 bis 300 Minuten Ausdauer wöchentlich und zwei Krafttrainings nach Leistungsfähigkeit | Kraft, Gleichgewicht und gelenkgerechte Bewegung; 2 bis 3 Krafttrainings mit mindestens 48 Stunden Pause |
Medikament | Nach Indikationen, Gegenanzeigen und Präferenzen | Saxenda ab 75 nicht empfohlen; Mysimba über 75 nicht empfohlen, über 65 vorsichtig; begrenzte Wegovy- und Mounjaro-Daten ab 85 |
Bariatrische Operation | Prüfung nach BMI, Erkrankungen und Beurteilung des bariatrischen Teams | Alter über 65 allein ist keine Gegenanzeige; Leistungsfähigkeit, Gebrechlichkeit und Erkrankungen prüfen, Finanzierung gesondert |
Die jeweilige Fachinformation bestimmt die Medikamentenwahl. Saxenda wird ab 75 nicht empfohlen, Mysimba über 75 und über 65 nur mit Vorsicht. Für Wegovy und Mounjaro sind Erfahrungen ab 85 begrenzt. Sicherheit und Wirksamkeit von Xenical wurden bei Älteren nicht untersucht. Das Alter allein erfordert nicht bei jedem Präparat eine Dosisänderung. Steigerungen richten sich nach Fachinformation, Verträglichkeit und Gesundheitszustand; auch die Trinkmenge sollte bei Kontrollen besprochen werden.
Wie hilft die Adipositasbehandlung bei Knieschmerzen und vor einer Endoprothese?
IDEA verteilte 454 Personen ab 55 mit Übergewicht oder Adipositas und Kniearthrose auf Ernährung mit Bewegung, Ernährung allein oder Bewegung allein. Nach 18 Monaten hatte die kombinierte Gruppe im Mittel 10,6 kg beziehungsweise 11,4% verloren und berichtete über weniger Schmerzen und bessere Funktion als die anderen. Die Kniebelastung beim Gehen lag in der reinen Ernährungsgruppe etwa 200 Newton unter der Bewegungsgruppe. STEP 9 von 2024 umfasste 407 Menschen mit Adipositas und Knieschmerz, einem mittleren BMI von etwa 40 und einem Durchschnittsalter von 56. Nach 68 Wochen Semaglutid 2,4 mg sank das Gewicht um 13,7% gegenüber 3,2% unter Placebo; Schmerzen auf einer Skala von 0 bis 100 nahmen um 41,7 gegenüber 27,5 Punkten ab. Gruppenmittelwerte garantieren kein Ergebnis für eine bestimmte ältere Person.
Vorbereitung und Operationstermin vereinbaren Sie mit dem Orthopäden. Abnehmen kann nützen, aber nicht jeder sollte auf einen festen BMI warten. ACR/AAHKS 2023 empfiehlt bedingt, bei bereits geeigneten Patienten mit fortgeschrittener symptomatischer Gelenkerkrankung nach erfolgloser konservativer Behandlung den Eingriff nicht allein deshalb zu verschieben; die Evidenzqualität ist niedrig bis sehr niedrig. Der Muskelerhalt vor dem Eingriff unterstützt die spätere Rehabilitation.
Was ist über Semaglutid nach Herzinfarkt oder Schlaganfall bekannt?
SELECT umfasste 17.604 Menschen ab 45 mit BMI ≥27, früherem Herzinfarkt, Schlaganfall oder peripherer arterieller Erkrankung, ohne Diabetes. Sie erhielten Semaglutid 2,4 mg oder Placebo bei durchschnittlich 39,8 Monaten Beobachtung. Kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall traten bei 6,5% gegenüber 8,0% auf. Die Senkung um ein Fünftel bezieht sich auf die relative Hazard des kombinierten Endpunkts; die Differenz der beobachteten Anteile beträgt 1,5 Prozentpunkte. Wegen Nebenwirkungen beendeten 16,6% gegenüber 8,2% die Therapie. Nach Herzinfarkt muss der Plan mit dem Kardiologen abgestimmt werden. Wegovy und Saxenda werden bei NYHA-IV-Herzinsuffizienz mit Ruhebeschwerden nicht empfohlen; dies ist kein gemeinsames Verbot aller besprochenen Medikamente.