Psychose ist eine der schwerwiegendsten Komplikationen des langfristigen Alkoholmissbrauchs. Bei einem Teil der abhängigen Personen können Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Trugwahrnehmungen und Wahnideen auftreten. Alkohol schädigt nicht nur innere Organe, sondern stört auch die Gehirnfunktion, was zum Verlust des Realitätskontakts und zu einer drastischen Verschlechterung des Gesundheitszustands führen kann. Wir erklären, was eine alkoholische Psychose ist, welche Symptome auftreten und worin die Behandlung besteht.
Alkoholische Psychose – was ist das und was sind die Ursachen
Alkoholische Psychose ist eine schwere psychische Störung, bei der der richtige Kontakt zur Realität verloren geht. Eine von diesem Zustand betroffene Person kann Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Wahnideen sowie starke Angst und Desorientierung erleben. Diese Symptome sind keine gewöhnliche Trunkenheit, sondern ein Zeichen schwerer Beeinträchtigung der Gehirnfunktion. Die Hauptursache für Psychose nach Alkohol ist langfristiges und intensives Trinken. Die toxische Wirkung von Ethanol führt zu Schäden am Nervensystem, Störungen des Wasser-Elektrolyt-Haushalts und Nährstoffmängeln, insbesondere an B-Vitaminen. Alkohol beeinflusst auch das Dopaminsystem, erhöht die Empfindlichkeit der Rezeptoren im Gehirn, was die Entwicklung von Halluzinationen, alkoholischer Paranoia und anderen Formen der Psychose begünstigt. Ihr Auftreten ist eines der Anzeichen für einen fortgeschrittenen Krankheitsverlauf.Alkoholische Psychose – Symptome
Die Symptome der alkoholischen Psychose umfassen sowohl psychische als auch neurologische Störungen. Am häufigsten sind:- akustische Halluzinationen – Stimmen, die das Verhalten kommentieren, beschuldigen oder Befehle erteilen, typische Halluzinationen nach Alkohol,
- visuelle Halluzinationen – Sehen von Gestalten, Schatten oder Szenen, sogenannte alkoholische Wahnvorstellungen,
- alkoholischer Wahn – falsche, fest verankerte Überzeugungen, oft paranoider Natur (alkoholische Paranoia),
- Stimmungsabfall – Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Angst, Reizbarkeit,
- psychomotorische Unruhe – Erregung, Schwierigkeit sich zu beruhigen, Spannung,
- Orientierungsstörungen in Zeit und Raum – Desorientierung, Schwierigkeit, Ort und Tageszeit zu bestimmen,
- Gedächtnisstörungen – Gedächtnislücken, Schwierigkeit sich an Ereignisse zu erinnern,
- Schlafstörungen – Schlaflosigkeit, häufiges Erwachen, Albträume,
- alkoholisches Delirium – schwere Form der Bewusstseinsstörung mit Desorientierung und Halluzinationen,
- epileptische Anfälle – die bei schweren alkoholischen Psychosen auftreten können.
Alkoholische Psychosen – Dauer der Symptome
Die Dauer der alkoholischen Psychose kann sehr unterschiedlich sein und hängt u.a. von der Dauer des Trinkens, dem Gesundheitszustand des Patienten und der Geschwindigkeit der Behandlungseinleitung ab. Das Auftreten psychotischer Symptome ist immer eine Indikation für eine psychiatrische Konsultation. Der Arzt bewertet, ob eine vorübergehende oder langfristige Pharmakotherapie notwendig ist, und schließt andere Ursachen von Bewusstseinsstörungen aus, wie neurologische Erkrankungen oder primäre Psychosen. In einigen Fällen muss die Behandlung über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden, um Rückfälle und weitere Verschlechterung der Schäden zu verhindern.Arten alkoholischer Psychosen
Alkoholische Psychosen haben keinen einheitlichen, konstanten Verlauf. Bei einigen Personen dominieren Halluzinationen und Wahnvorstellungen, bei anderen vor allem Wahnideen (z.B. paranoide oder mit Eifersucht verbundene). Im Folgenden werden die häufigsten Formen dargestellt.Akute alkoholische Psychose – Delirium tremens
Akute alkoholische Psychose (alkoholisches Delirium, Delirium tremens) tritt normalerweise nach plötzlichem Abbruch intensiven Trinkens auf. Dies ist ein gesundheits- und lebensbedrohlicher Zustand, der dringende medizinische Hilfe erfordert:- typisch sind Bewusstseinsstörungen, starke Angst, Erregung, Desorientierung,
- es können Halluzinationen nach Alkohol auftreten (oft visuell), sowie autonome Symptome (z.B. starkes Schwitzen, Herzklopfen),
- dauert meist einige Tage, und nach Stabilisierung des Organismus können die Symptome abklingen.
Chronische alkoholische Psychose – alkoholische Halluzinose
In dieser Form dominieren Halluzinationen und Wahn nach Alkohol, besonders paranoider Natur. Gerade diese Form wird von Patienten und ihren Angehörigen manchmal umgangssprachlich als „alkoholische Schizophrenie" bezeichnet, obwohl dies keine präzise medizinische Bezeichnung ist. Charakteristisch sind:- häufig sind akustische Halluzinationen (z.B. kommentierende, drohende Stimmen) und Wahnvorstellungen nach Alkohol,
- Wahnideen und zunehmende Verdächtigkeit (Paranoia),
- die Symptome können Schizophrenie ähneln, daher ist eine korrekte Differentialdiagnostik und psychiatrische Beurteilung entscheidend.
Alkoholische Paranoia – Othello-Syndrom
Diese Form wird manchmal als alkoholischer Eifersuchtswahn bezeichnet, da das Hauptproblem Wahnideen bezüglich Untreue des Partners oder der Partnerin sind:- es dominiert pathologische Eifersucht basierend auf wahnhaften „Beweisen",
- führt oft zu Konflikten, Kontrolle und riskantem Verhalten in der Beziehung,
- wird häufiger bei Männern als bei Frauen beschrieben.
Korsakow-Psychose – amnestisches Syndrom nach Alkohol
Korsakow-Psychose ist eine schwere Komplikation des langfristigen Alkoholmissbrauchs, verbunden u.a. mit Mängeln (besonders Vitamin B1) und Schädigung des Nervensystems:- es treten schwere Gedächtnisstörungen auf: Schwierigkeit neue Informationen zu speichern, Gedächtnislücken,
- der Patient kann Lücken mit erfundenen Geschichten „ausfüllen" (Konfabulationen), ohne dies absichtlich zu tun,
- in fortgeschrittenen Fällen kommt es zu erheblicher Funktionsbeeinträchtigung und Demenz-Symptomen.
Behandlung alkoholischer Psychose und Halluzinationen nach Alkohol
Wenn alkoholische Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Wahnideen auftreten, ist eine ärztliche Beurteilung notwendig. Die Behandlung, unabhängig davon, ob es sich um akute oder chronische Psychosen handelt, basiert auf einer Bedingung: vollständigem Alkoholverzicht. Weiteres Trinken verstärkt normalerweise die Psychose und erhöht das Rückfallrisiko. Am häufigsten werden angewendet:- Pharmakotherapie, die vom Arzt empfohlen wird, einschließlich antipsychotischer Medikamente sowie beruhigender und angstlösender Mittel (in ausgewählten Situationen Benzodiazepine, besonders bei Entzugssymptomen)
- Stabilisierung des Organismus: Hydratation, Ausgleich von Elektrolyten und Auffüllung von Mängeln (besonders B-Vitamine)
- Differentialdiagnostik, um alkoholische Halluzinose von anderen psychischen Störungen zu unterscheiden.
Alkoholische Psychose – wann Hilfe rufen und wie sicher reagieren
Wenn die Person stark erregt, desorientiert ist, deutliche Halluzinationen, Wahnideen oder Symptome schweren Entzugs hat, ist Sicherheit und schnelle medizinische Hilfe die Priorität. Bei Zuständen wie Delirium tremens kann der Zustand lebensbedrohlich sein, und die kranke Person kann unberechenbar sein und eine Gefahr für sich selbst oder die Umgebung darstellen. Es ist wichtig zu bedenken, dass alkoholische Psychose oft fortgeschrittene Abhängigkeit bedeutet. Dies ist ein Signal, dass selbstständiges Abwarten normalerweise nicht ausreicht und professionelle Behandlung sowie weitere Suchttherapie notwendig sind, um Abstinenz aufrechtzuerhalten und das Rückfallrisiko zu verringern.:::cta Benötigen Sie Hilfe im Kampf gegen die Sucht? Unsere Spezialisten sind bereit, Ihnen zu helfen. Rufen Sie an oder vereinbaren Sie einen Online-Termin. Anrufen: 880 808 880 | Termin vereinbaren :::




