Wie lehnt man Alkohol in Gesellschaft ab? | Erfahren Sie mehr

Dr Barbara Nawrot Aktualisierung: 21. November 2025, 09:54 Inhaltsverzeichnis

Die Ablehnung von Alkohol in Gesellschaft kann schwieriger sein, als es scheinen mag. Der Druck des Umfelds, Sätze wie „das ist nur ein Gläschen" oder Witze von Bekannten führen dazu, dass sich viele Menschen unwohl fühlen, wenn sie „nein" sagen wollen. Dabei ist Nüchternheit eine bewusste Entscheidung, die weder erklärt noch gerechtfertigt werden muss. Wir zeigen, wie man Alkohol assertiv ablehnt und warum es wichtig ist, unabhängig von der Situation auf die eigenen Grenzen zu achten.

Warum konsumieren wir Alkohol?

Das Thema der assertiven Alkoholablehnung bleibt weiterhin im Schatten. Statistiken zeigen, dass nur etwa 10% der Gesellschaft völlige Abstinenz und bewusste Nüchternheit deklariert. Der Griff zum Glas erfolgt meist in extremen Situationen – in Momenten der Traurigkeit, des Versagens oder Stresses, aber auch beim Feiern von Erfolgen. Bei Jugendlichen wird Alkohol oft zur „Eintrittskarte" in die Peergroup. Dies geht einher mit der Angst vor Ausgrenzung und starkem Gruppendruck. Alkohol soll ein scheinbares Gefühl von Mut, Entspannung oder Flucht vor Problemen vermitteln. Leider sind die Folgen seines Missbrauchs oft gegenteilig – von Abhängigkeit, Frustration und Apathie bis hin zu Aggression nach Alkohol und dem Verlust der Kontrolle über das eigene Leben. Deshalb ist es so wichtig, klar und bestimmt sagen zu können: „Ich trinke keinen Alkohol". Dies ist eine bewusste Entscheidung, die negative Folgen vermeiden und Unabhängigkeit bewahren lässt.

Danke, ich trinke nicht

Die Schädlichkeit von Alkohol wird nach wie vor oft verharmlost. Es geht nicht nur um den kurzzeitigen Kater, sondern auch um das Risiko von Alkoholexzessen und der Entwicklung einer Abhängigkeit. In der polnischen Kultur wird das Trinken bei Familien- oder gesellschaftlichen Treffen oft als Norm behandelt, und die gesellschaftliche Akzeptanz führt dazu, dass sich viele verpflichtet fühlen, zum Getränk zu greifen. In der Praxis sollte jedoch das Sagen von „ich trinke nicht" keine Erklärung oder Rechtfertigung erfordern. Es ist wichtig zu bedenken, dass niemand das Recht hat, Sie zum Brechen der Abstinenz zu zwingen, auch nicht unter dem Einfluss von Überredung oder Druck. Besonders schwierig ist dies für Menschen mit Abhängigkeit, die sich für ein Leben in Nüchternheit entschieden haben. Für sie wird die Alkoholablehnung zur täglichen Herausforderung. Deshalb ist es so wichtig, einfache und effektive Methoden der assertiven Ablehnung zu kennen.

Assertive Ablehnung von Alkohol – Beispiele

  • Sprechen Sie direkt und bestimmt
Die einfachsten Lösungen sind meist die besten. Sagen Sie klar: „Ich trinke keinen Alkohol". Das ist Ihre Entscheidung und niemand hat das Recht, sie anzufechten. Sie müssen sich nicht erklären oder Ausreden suchen. Assertive Alkoholablehnung basiert auf Konsequenz – manchmal reicht ein „Nein" nicht aus, aber Beharrlichkeit weckt Respekt.
  • Wechseln Sie das Gesprächsthema
Wenn Sie nicht diskutieren möchten, lenken Sie einfach ab. Lenken Sie das Gespräch auf die Atmosphäre des Treffens, das Essen oder die Musik. Sie können auch um ein anderes Getränk bitten – Wasser mit Zitrone oder Saft sind besser als ein weiteres Glas.
  • Verwenden Sie eine Ausrede, wenn Sie sich sicherer fühlen
Nicht jeder fühlt sich bei einer offenen Ablehnung wohl. In einer solchen Situation können Sie einen einfachen Grund angeben: Sie fahren Auto, nehmen Medikamente, gehen früh nach Hause oder achten auf Ihre Gesundheit. Selbst wenn es nur ein Vorwand ist, beendet er den Druck effektiv.
  • Nutzen Sie Humor
Eine scherzhafte Antwort entspannt oft die Atmosphäre. Sie können mit einem Lächeln sagen, dass Sie dank Nüchternheit der beste Fahrer sein werden, der alle nach Hause bringt. Ein humorvoller Ansatz ermöglicht es, die Leichtigkeit zu bewahren und Konflikte zu vermeiden.
  • Seien Sie konsequent
Manchmal muss man seine Position mehrmals wiederholen, besonders im Gespräch mit jemandem, der bereits unter Einfluss steht. Wichtig sind Ruhe und Konsequenz – je selbstsicherer Sie auftreten, desto schneller werden andere Ihre Entscheidung akzeptieren. Denken Sie daran, die Ablehnung von Alkohol ist nicht unhöflich. Es ist Ausdruck der Selbstfürsorge und der eigenen Grenzen. Nüchternheit ist eine Entscheidung, auf die man stolz sein kann, denn sie bringt echte Vorteile für Gesundheit, Psyche und Beziehungen.

Wann sollte man sich in Suchttherapie begeben?

Der beste Zeitpunkt für den Beginn einer Suchttherapie ist der Moment, in dem wir bei uns die ersten Anzeichen eines Problems bemerken, unabhängig davon, ob sie Alkohol, Drogen, Glücksspiel oder andere Verhaltensweisen betreffen. Ein Besuch beim Spezialisten erfordert nicht das Warten auf einen Krisenmoment oder dramatische Ereignisse. Je schneller wir die Entscheidung treffen, desto größer sind die Chancen auf einen erfolgreichen Ausstieg aus der Sucht. Viele Menschen zögern mit der Aufnahme einer Therapie aus Angst vor der Beurteilung durch das Umfeld, Scham oder der Konfrontation mit dem Problem selbst. Dies sind natürliche Bedenken, aber man muss bedenken, dass Sucht selten von selbst verschwindet, sondern sich im Gegenteil mit der Zeit meist vertieft. Therapie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut und Reife zur Veränderung.

Wie lehnt man Alkohol während und nach der Therapie assertiv ab?

Der Beginn einer Suchttherapie ist ein großer Erfolg, aber die wahre Herausforderung beginnt erst im Alltag. Familientreffen, Partys oder gewöhnliche Ausflüge mit Bekannten sind oft mit der Anwesenheit von Alkohol verbunden. Für Menschen, die sich für Nüchternheit entschieden haben, wird die wichtigste Fähigkeit die assertive Ablehnung. Es lohnt sich, von Anfang an die eigenen Grenzen klar zu definieren und nachdrücklich zu betonen, dass wir keinen Alkohol trinken. Man muss sich nicht erklären oder rechtfertigen – dies ist eine Entscheidung, die aus der Sorge um die Gesundheit und das neue Leben resultiert. Eine gute Lösung ist auch, einige neutrale Antworten für den Fall von Druck des Umfelds vorzubereiten, z.B. „Ich fühle mich gut ohne Alkohol", „Ich fahre Auto" oder „Ich achte auf meine Gesundheit". Dadurch fällt es leichter, Konsequenz und Ruhe zu bewahren. Denken Sie daran, dass das Leben nach der Therapie nicht den Verzicht auf Freude und Gesellschaft bedeutet. Im Gegenteil, es ist eine Chance, Beziehungen aufzubauen, die auf Authentizität und gegenseitigem Respekt basieren. Nüchternheit ermöglicht es, den Moment in vollen Zügen zu genießen, ohne das Risiko einer Rückkehr zu alten Mustern. Die assertive Ablehnung von Alkohol wird somit nicht nur ein Schutzinstrument vor Rückfällen, sondern auch ein Symbol für eine neue Lebensqualität.
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