Der Wunsch, einer suchtkranken Person zu helfen, ist eine natürliche Reaktion. Leider können selbst die besten Absichten manchmal den gegenteiligen Effekt haben. Zu starkes Abnehmen von Aufgaben, Rechtfertigen oder Verstecken von Konsequenzen führt oft zur Verfestigung des Problems anstatt zu seiner Lösung. Es ist wichtig zu bedenken, dass Sucht eine Krankheit ist und wirksame Unterstützung nicht nur Empathie, sondern auch Wissen und die Fähigkeit erfordert, Grenzen zu setzen. Hilfe für eine Person in der Krise bedeutet nicht, die Verantwortung für ihre Entscheidungen zu übernehmen, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen sie selbst Schritte zur Genesung unternehmen kann.
Wie man einer suchtkranken Person hilft – womit anfangen?
Die Hilfe für eine suchtkranke Person ist eine der größten Herausforderungen für Familie und Angehörige. In einem natürlichen Reflex wollen wir jemanden schützen und retten, der leidet, aber zu emotionales oder unbewusstes Handeln kann den gegenteiligen Effekt zum beabsichtigten bringen. Wirksame Unterstützung erfordert Wissen, Empathie und Konsequenz – nur dann kann sie zum echten Anfang einer Veränderung werden. Viele Angehörige versuchen aus Sorge, die Folgen der Sucht zu mildern – sie entschuldigen Abwesenheiten, verbergen finanzielle Probleme oder übernehmen Haushaltspflichten. Leider verfestigen solche Verhaltensweisen oft die Sucht, weil sie dem Kranken die Chance nehmen, die Konsequenzen seiner Entscheidungen zu erfahren. Echte Unterstützung ist nicht das Abnehmen von Aufgaben, sondern die Begleitung in der Verantwortung. In der Praxis bedeutet dies, klare Grenzen zu setzen, ruhig, aber bestimmt. Man kann sagen: „Ich kann nicht mehr für dich entschuldigen, aber wenn du dich für eine Therapie entscheidest, helfe ich dir, einen Arzt zu finden". Ein solcher Ansatz zeigt Fürsorge, aber auch Konsequenz – er gibt der suchtkranken Person Raum, selbst eine Entscheidung zur Behandlung zu treffen.Wie man mit einer alkoholabhängigen Person spricht – Empathie statt Urteile
Das Gespräch mit einer alkoholabhängigen Person erfordert Ruhe und Verständnis. Vorwürfe, Urteile und Moralisieren bringen meist den gegenteiligen Effekt – sie wecken Schuldgefühle, Scham und den Wunsch zu fliehen, nicht aber Reflexion. Sucht ist eine Krankheit, kein Mangel an Willenskraft, daher ist der Schlüssel zu effektiver Kommunikation Empathie und Ehrlichkeit, nicht Druck. Statt Bewertungen und Anschuldigungen lohnt es sich, über sich selbst zu sprechen und die „Ich"-Sprache zu verwenden. Dadurch wird die Botschaft ruhiger und schwerer als Angriff zu verstehen. Einfache, konkrete Aussagen helfen, z.B.:- „Ich mache mir Sorgen, wenn ich sehe, dass du trinkst"
- „Ich habe Angst, wenn du spät nach Hause kommst und nicht ans Telefon gehst"
- „Du bist mir wichtig und ich möchte dir helfen"
Wie man mit einem Alkoholiker nach der Therapie spricht – Festigung der Behandlungseffekte
Nach Abschluss der Therapie lernt die suchtkranke Person immer noch, neu zu leben – ohne Alkohol, aber auch ohne alte Muster und emotionale Spannungen. In dieser Zeit braucht sie besonders einen ruhigen, unterstützenden Kontakt, der ein Gefühl von Sicherheit gibt, nicht von Druck. Im Gespräch ist es am wichtigsten, positive Veränderungen zu stärken, nicht mit der Vergangenheit abzurechnen. Es lohnt sich, über Fortschritte zu sprechen, sichtbare Therapieeffekte hervorzuheben und an Ziele zu erinnern, die zur weiteren Arbeit an sich selbst motivieren. Eine gute Unterstützung ist auch, Themen im Zusammenhang mit Alkohol zu vermeiden, die Spannungen oder Versuchungen hervorrufen könnten. Angehörige können sanft zur Fortsetzung der Therapie als natürlichem Element des Genesungsprozesses ermutigen und auch weitere Monate und Jubiläen der Nüchternheit feiern, selbst in symbolischer Weise.Wie man einen Alkoholiker in der Nüchternheit unterstützt – die Rolle der Familie und Angehörigen
Die größte Hilfe, die eine Familie geben kann, ist ein stabiles und sicheres Umfeld, frei von Alkohol. Es lohnt sich, auf seine Anwesenheit zu Hause zu verzichten, Partys zu vermeiden, die eine Quelle der Versuchung sein könnten, und auch zu verstehen, dass die Rückkehr zum alten Lebensstil für den Patienten schwierig sein kann. Solche Gesten der Solidarität zeigen, dass Nüchternheit kein einsamer Kampf ist, sondern eine gemeinsame Entscheidung zur Veränderung. Ein wichtiges Element der Unterstützung ist auch Vertrauen. Nach der Therapie befürchten viele Menschen, dass Angehörige sie beobachten, verdächtigen und nach jedem Detail des Tages fragen werden. Obwohl dies aus Sorge entsteht, kann übermäßige Kontrolle Frustration und ein Gefühl mangelnder Akzeptanz hervorrufen. Statt Fragen wie „hast du getrunken?", ist es besser zu fragen: „wie fühlst du dich heute?", „was kann ich für dich tun, damit es dir leichter fällt?". Auf diese Weise zeigen wir, dass wir präsent sind, aber nicht bewerten oder uns mit Hilfe aufdrängen. Lesen Sie auch: Wie spricht man mit einem alkoholabhängigen Ehemann?Wie man mit einer drogenabhängigen Person spricht?
Wie bei Alkoholismus bringen Urteilen und Moralisieren keine Ergebnisse. Statt zu bewerten, lohnt es sich, Fürsorge und Interesse auszudrücken und zu zeigen, dass uns der Mensch wichtig ist, nicht seine Fehler. Während des Gesprächs mit einer drogenabhängigen Person lohnt es sich, Ruhe zu bewahren, auch wenn Aggression, Rückzug oder Leugnung auftritt. In der Praxis sollte ein Gespräch mit einer suchtkranken Person so aussehen:- sprechen Sie kurz und sachlich – ohne lange Predigten und Vorwürfe
- vermeiden Sie einen überlegenen Ton und Bewertungen
- verwenden Sie einfache, ruhige Sätze in der „Ich"-Sprache, z.B. „ich mache mir Sorgen um dich" statt „du hast es wieder getan"
- lassen Sie sich nicht auf Diskussionen ein, wenn die Person leugnet oder aggressiv reagiert – beenden Sie besser das Gespräch und kehren Sie dazu zurück, wenn die Emotionen abgeklungen sind
- zeigen Sie Bereitschaft zur Hilfe, aber übernehmen Sie nicht die Verantwortung: „ich bin bei dir, wenn du dich für eine Behandlung entscheidest".
Was sagt man einer suchtkranken Person? Unterstützen Sie klug
Das Gespräch mit einer suchtkranken Person ist nicht einfach, aber gerade Worte können der Anfang einer Veränderung sein. Am wichtigsten ist es, mit Empathie und Ruhe zu sprechen, ohne zu bewerten oder Druck auszuüben. Es ist wichtig zu bedenken, dass Sucht eine Krankheit ist und eine Person, die damit kämpft, Verständnis braucht, nicht Moralisieren. Geduld und Ruhe sind oft mehr als lange Gespräche. Manchmal bedeutet ein Satz: „Ich bin da, wenn du bereit für Hilfe bist" mehr als hunderte Ratschläge. Wenn Sie Unterstützung im Gespräch mit einer nahestehenden Person brauchen oder die Mechanismen der Sucht besser verstehen möchten, kontaktieren Sie die Klinik Nasz Gabinet. Wir bieten diskrete, professionelle Hilfe sowohl für Patienten als auch für ihre Familien.:::cta Brauchen Sie Hilfe im Kampf gegen die Sucht? Unsere Spezialisten sind bereit, Ihnen zu helfen. Rufen Sie an oder vereinbaren Sie einen Online-Termin. Anrufen: 880 808 880 | Termin vereinbaren :::




