Wie bereitet man sich auf das Esperal-Implantat vor?

Das Esperal-Implantat ist eine Form der unterstützenden Behandlung der Alkoholabhängigkeit. Es besteht darin, ein Medikament (Disulfiram) subkutan zu platzieren, das nach dem Konsum von Alkohol eine starke Körperreaktion hervorruft und somit wirksam vom Trinken abhält. Damit die Therapie wirksam und sicher ist, ist eine entsprechende Vorbereitung auf den Eingriff erforderlich – sowohl körperlich als auch psychisch. Abstinenz, ärztliche Konsultation und Einhaltung der Empfehlungen vor dem Eingriff sind entscheidend für den Verlauf des Verfahrens und dessen Sicherheit.

Wie funktioniert das Alkohol-Implantat?

Disulfiram, der Bestandteil des Implantats, ist ein Medikament, das den Alkoholstoffwechsel im Körper stört. Nach seiner Verabreichung wird das Enzym Aldehyddehydrogenase blockiert, das für die Umwandlung von Acetaldehyd (ein toxisches Zwischenprodukt des Alkoholabbaus) in die weniger schädliche Essigsäure verantwortlich ist. Unter normalen Bedingungen wird nach dem Alkoholkonsum Ethanol in der Leber zu Acetaldehyd und dann zu Essigsäure abgebaut. Wenn Disulfiram im Körper vorhanden ist, wird dieser Prozess unterbrochen – Acetaldehyd reichert sich im Blut an und verursacht schwere Vergiftungssymptome. Das Implantat heilt die Abhängigkeit nicht ursächlich, wirkt aber als unterstützendes Element der psychologischen und motivierenden Therapie. Die Angst vor dem Auftreten starker unangenehmer Symptome nach dem Trinken soll die abhängige Person vom Griff zum Alkohol abhalten. Es funktioniert also nach dem Prinzip der Aversionstherapie – es schafft eine psychologische Barriere vor der Rückkehr zum Trinken und gibt dem Patienten Zeit, ein nüchternes Leben wieder aufzubauen und an den Ursachen der Abhängigkeit zu arbeiten.

Für wen ist das Implantat bestimmt? Patientenprofil

Das Alkohol-Implantat ist eine Lösung für alkoholabhängige Menschen, die entschlossen sind, Abstinenz zu wahren, aber Schwierigkeiten haben, sich selbst vom Trinken abzuhalten. Der Eingriff kann ein wirksames Instrument zur Unterstützung der Therapie sein, ist jedoch nicht für jeden geeignet. Wer sollte also das Alkohol-Implantat in Anspruch nehmen?
  • Alkoholabhängige Menschen – insbesondere solche, die zahlreiche erfolglose Versuche hinter sich haben, Nüchternheit zu bewahren, und zusätzliche Motivation zur Abstinenz benötigen.
  • Bewusste und motivierte Patienten – die Person, die sich dem Eingriff unterzieht, sollte sich seiner Wirkung und der Folgen des Alkoholkonsums nach der Implantation vollständig bewusst sein.
  • Menschen, die eine Therapie beginnen oder fortsetzen möchten – das Implantat sollte Teil einer umfassenden Behandlung sein, die auch psychologische Hilfe und Suchttherapie umfasst.

Notwendigkeit der Abstinenz – wie viele Tage vor dem Implantat keinen Alkohol trinken?

Damit die Implantation sicher und wirksam ist, muss der Patient mindestens 24 bis 48 Stunden vor dem geplanten Eingriff vollständige Abstinenz vom Alkohol einhalten. Das Vorhandensein von Alkohol oder seinen Metaboliten im Blut zum Zeitpunkt der Disulfiram-Implantation kann zu einer sofortigen Reaktion führen, die sehr gefährlich ist. Sie äußert sich unter anderem durch starke Kopfschmerzen, Blutdruckabfall, Atemnot, Erbrechen und kann sogar lebensbedrohlich sein. Daher sollte der Patient vor dem Eingriff:
  • Mindestens 24-48 Stunden lang keine alkoholischen Getränke (auch nicht in geringen Mengen) konsumieren.
  • Den Arzt über alle eingenommenen Medikamente informieren – einige können mit Disulfiram interagieren.
Abstinenz vor dem Eingriff ist keine bloße Formalität. Es ist die grundlegende Voraussetzung für die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie mit dem Alkohol-Implantat.

Was sollte man vor dem Alkohol-Implantat vermeiden?

Die Vorbereitung auf das Alkohol-Implantat erfordert nicht nur die Einhaltung der Abstinenz, sondern auch das bewusste Vermeiden von Faktoren, die die Sicherheit und Wirksamkeit des Eingriffs beeinträchtigen könnten. Hier ist eine Liste der wichtigsten Dinge, die vermieden werden sollten:
  • Produkte, die Ethylalkohol enthalten können, wie: medizinische Sirupe und Tropfen (z. B. gegen Husten, Kräutertinkturen), Mundspülungen, Deodorants, Parfüms und Kölnischwasser (insbesondere in der Nähe des Eingriffsbereichs verwendet), Süßigkeiten mit Alkohol (z. B. Pralinen mit Likör).
  • Zigarettenrauchen – obwohl Rauchen keine direkte Kontraindikation darstellt, kann es die Gewebedurchblutung verschlechtern und die Wundheilung nach dem Eingriff verzögern.

Wie verläuft das Alkohol-Implantationsverfahren?

Das Alkohol-Implantationsverfahren ist ein kurzer und sicherer ambulanter Eingriff, der meist im Bereich des Gesäßes oder des Schulterblatts durchgeführt wird. Er dauert bis zu 30 Minuten und erfolgt unter örtlicher Betäubung, wodurch er schmerzfrei ist und die Person während des Eingriffs bei vollem Bewusstsein bleibt. Der Chirurg macht einen kleinen Hautschnitt, implantiert das Implantat mit Disulfiram-Tabletten und legt dann Nähte an. Nach dem Eingriff kehrt der Patient noch am selben Tag nach Hause zurück und kann normal funktionieren, sollte jedoch einige Tage lang größere körperliche Anstrengungen vermeiden. Mehr zu diesem Thema: Wie verläuft das Esperal-Implantationsverfahren?

Empfehlungen nach dem Eingriff – was sollte man wissen?

Einige Tage nach dem Eingriff sollte die Wunde sauber und trocken gehalten werden. Es wird empfohlen, die Schnittregion täglich zu reinigen und die Wunde nicht zu benetzen (z. B. beim Baden). Die Fäden werden in der Regel nach einigen Tagen entfernt oder es werden resorbierbare Fäden verwendet. Bei Rötungen, Schmerzen oder Ausfluss sollte ein Arzt kontaktiert werden. Was sollte vermieden werden?
  • Alkohol – während der gesamten Dauer des Implantats können selbst Spurenmengen (in Medikamenten, Kosmetika, Lebensmitteln) eine schwere Disulfiram-Reaktion hervorrufen.
  • Körperliche Anstrengung – einige Tage lang sollten intensive Übungen und Überlastungen des Eingriffsbereichs vermieden werden.
  • Bestimmte Medikamente – einschließlich alkoholhaltiger Präparate oder bestimmter Antibiotika. Im Zweifelsfall konsultieren Sie jedes Mal einen Arzt.
Unbedingt lesen: Die ersten Tage nach dem Implantat – wie gewöhnt man sich daran?
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