Was ist Naltrekson und wie wirkt es?
Naltrekson (Handelsname: Naltex) ist ein orales Medikament, das Naltrexonhydrochlorid enthält — einen Wirkstoff aus der Gruppe der Medikamente, die auf das Nervensystem wirken und zur Behandlung von Suchterkrankungen eingesetzt werden.
Wirkungsmechanismus
Naltrekson blockiert Opioid-Rezeptoren im Gehirn. Dadurch wird die Wirkung von Opioiden blockiert — Patienten erleben nicht den Zustand der Euphorie, den sie nach der Einnahme von Opioiden empfunden haben.
Zwei Indikationen
- Opioidabhängigkeit — in Kombination mit anderen Medikamenten oder Behandlungsmethoden, um Patienten bei der Überwindung der Abhängigkeit zu helfen.
- Alkoholabhängigkeit — im Rahmen eines umfassenden Behandlungsprogramms, um die Abstinenz aufrechtzuerhalten.
Naltex macht nicht abhängig.
Wesentlicher Unterschied zu Disulfiram (Anticol/Esperal)
Naltrekson verursacht keine aversive Reaktion nach Alkoholkonsum. Es bestraft nicht für das Trinken — es blockiert die Euphorie und reduziert das Verlangen nach Alkohol. Dies ist ein grundlegender Unterschied zu Anticol und Esperal, die eine schwere, gefährliche Reaktion nach Alkohol auslösen.
Naltrekson vs Anticol vs Campral — Medikamentenvergleich
Auf dem Markt sind drei Hauptmedikamente für die Pharmakotherapie des Alkoholismus erhältlich. Jedes wirkt anders:
| Merkmal | Naltrekson (Naltex) | Anticol (Disulfiram) | Campral (Akamprozat) |
|---|---|---|---|
| Mechanismus | Opioid-Rezeptor-Blockade | Aversive Reaktion | GABA/Glutamat-Gleichgewicht |
| Reaktion nach Alkohol | Keine | Schwer, gefährlich | Keine |
| Dosierung | 1× täglich (50 mg) | 1× täglich | 3× täglich |
| Essen | Kein Einfluss | Kein Einfluss | Zwischen den Mahlzeiten |
| Behandlungsdauer | ≥ 3 Monate | Arzt bestimmt | 1 Jahr |
| Leber | Überwachung! | Überwachung! | Kein Einfluss |
| Fahren | Vorsicht | Vorsicht | Kein Einfluss |
Die Wahl des Medikaments hängt von der individuellen Situation des Patienten ab — die Entscheidung trifft der Arzt nach Bewertung der Kontraindikationen, Begleiterkrankungen und therapeutischen Ziele. Mehr über verfügbare Optionen auf der Seite Pharmakotherapie des Alkoholismus.
Für wen ist Naltrekson? Indikationen und Altersbeschränkungen
Naltrekson wird bei Patienten in zwei klinischen Situationen angewendet:
- Personen mit Opioidabhängigkeit — in Kombination mit anderen Medikamenten oder Behandlungsmethoden, um die Abhängigkeit zu überwinden.
- Personen mit Alkoholabhängigkeit — im Rahmen eines umfassenden Behandlungsprogramms, um die Abstinenz aufrechtzuerhalten.
In beiden Fällen wird Naltrekson in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden eingesetzt — das Medikament allein reicht nicht aus. Eine gleichzeitige Suchtpsychotherapie ist entscheidend.
Altersbeschränkungen
- Unter 18 Jahren: nicht verabreichen — unzureichende klinische Daten, die Sicherheit der Anwendung bei Kindern wurde nicht festgestellt.
- Ältere Patienten: unzureichende Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Naltrekson.
Dosierung von Naltrekson — wie wird das Medikament richtig angewendet?
Naltrekson sollte immer streng nach ärztlicher Anweisung angewendet werden.
Dosierungsschema
- Zieldosis: 1 Tablette (50 mg) pro Tag.
- Anfangsdosis: Die Behandlung beginnt in der Regel mit einer halben Tablette (25 mg) pro Tag, die später auf eine volle Dosis erhöht wird.
- Art der Einnahme: oral, mit einer kleinen Menge Flüssigkeit.
Voraussetzung für den Behandlungsbeginn
Vor Beginn der Einnahme von Naltrekson dürfen mindestens 7–10 Tage lang keine Opioide eingenommen werden. Der Arzt kann eine Untersuchung durchführen, um festzustellen, ob sich im Körper des Patienten noch Rückstände dieser Medikamente befinden.
Praktische Tipps
- Essen und Trinken: haben keinen Einfluss auf die Therapie — das Medikament kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
- Behandlungsdauer: kann drei Monate oder länger dauern, abhängig von der Entscheidung des Arztes.
- Vergessene Dosis: nehmen Sie sie ein, sobald Sie sich daran erinnern. Nehmen Sie keine doppelte Dosis ein.
- Absetzen der Behandlung: muss immer mit dem Arzt besprochen werden.
Kontraindikationen — wer darf Naltrekson nicht anwenden?
Naltrekson hat eine umfangreiche Liste von Kontraindikationen, die hauptsächlich mit Opioiden und der Leber zusammenhängen.
Absolute Kontraindikationen (darf nicht angewendet werden)
- Überempfindlichkeit gegen Naltrexonhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile des Medikaments.
- Schwere Nierenerkrankungen.
- Schwere Lebererkrankungen.
- Akute Hepatitis.
- Opioidabhängigkeit (aktiv) — Naltrekson verursacht schwere Entzugserscheinungen.
- Positiver Urintest auf Opioide.
- Entzugssyndrom nach Naloxon-Injektion.
- Einnahme von opioidhaltigen Medikamenten — einschließlich einiger Hustenmittel, Durchfallmittel (wie Kaolin und Morphin) und Schmerzmittel.
- Einnahme von Methadon.
Wichtig: Naltrekson hat keine blockierende Wirkung auf Schmerzmittel, die keine Opioide enthalten (z. B. Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure). Diese Medikamente können sicher angewendet werden.
Warnhinweise — was müssen Sie vor der Behandlung wissen?
Vor Beginn und während der Behandlung mit Naltrekson sind einige wichtige Punkte zu beachten:
Keine Opioide einnehmen!
Obwohl Naltrekson normalerweise die Wirkung von Opioiden blockiert, können bei Einnahme großer Dosen von Opioiden Atemnot und Kreislaufprobleme auftreten (Opioidvergiftung).
Die Blockade nicht überwinden
Man sollte nicht versuchen, die blockierende Wirkung von Naltrekson durch große Opioid-Dosen zu überwinden. Nach dem Abklingen der Naltrekson-Wirkung können sich Opioide noch im Körper befinden — dies birgt das Risiko einer unbeabsichtigten Überdosierung mit schwerwiegenden Folgen.
Verminderte Toleranz nach Behandlungsende
Nach Abschluss der Naltrekson-Therapie kann der Patient eine verminderte Toleranz gegenüber Opioiden haben. Eine Dosis, die vor der Behandlung toleriert wurde, kann zu einer lebensbedrohlichen Vergiftung führen (Atemversagen).
Leberüberwachung
Naltrekson wird über die Leber und die Nieren ausgeschieden. Bei opioidabhängigen Personen treten häufig Leberprobleme auf. Der Arzt wird vor und während der Behandlung Leberfunktionstests durchführen.
Jeden Arzt informieren
Jeder behandelnde Arzt sollte über die Einnahme von Naltrekson informiert werden. Wenn in einer Notfallsituation eine Narkose erforderlich ist, sollten nicht-opioidhaltige Narkosemittel verwendet werden. Falls Opioide erforderlich sind, können höhere Dosen als üblich nötig sein — unter strenger ärztlicher Kontrolle.
Naltrekson und andere Medikamente — Wechselwirkungen
Vor Beginn der Behandlung informieren Sie den Arzt über alle eingenommenen Medikamente.
Opioid-Medikamente — absolut nicht kombinieren
Einige häufig verwendete Medikamente enthalten Opioide, die während der Anwendung von Naltrekson nicht wirken werden. Dies betrifft:
- Hustenmittel (mit Codein)
- Durchfallmittel (z. B. Kaolin und Morphin)
- Opioid-Schmerzmittel
Wenn der Patient Medikamente gegen Husten, Durchfall oder Schmerzmittel benötigt, muss er den Arzt informieren, da diese Medikamente Opioide enthalten können.
Nicht-opioidhaltige Medikamente — sicher
Naltrekson hat keine blockierende Wirkung auf Schmerzmittel ohne Opioide:
- Ibuprofen
- Paracetamol
- Acetylsalicylsäure (Aspirin)
In Notfällen
Trotz Kontraindikationen für die gleichzeitige Anwendung von Opioiden kann es in Notfällen erforderlich sein, ein Schmerzmittel in einer höheren Dosis als üblich zu verabreichen. Eine strenge ärztliche Kontrolle ist unbedingt erforderlich, da die Atemdepression und andere Symptome stärker und länger andauernd sein können.
Essen und Trinken
Essen und Trinken haben keinen Einfluss auf die Naltrekson-Therapie.
Nebenwirkungen — was ist zu erwarten?
Wie alle Medikamente kann Naltrekson Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jedem auftreten müssen.
Sehr häufig (können bei mehr als 1 von 10 Patienten auftreten)
- Einschlafstörungen
- Angst oder Nervosität
- Bauchkrämpfe und Bauchschmerzen
- Übelkeit und/oder Erbrechen
- Schwäche
- Gelenk- und/oder Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
- Unruhe
Häufig (können bei weniger als 1 von 10 Patienten auftreten)
- Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, erhöhte Energie, Niedergeschlagenheit
- Schwindel, Schüttelfrost, vermehrtes Schwitzen
- Beschleunigter Herzschlag, Herzklopfen, EKG-Veränderungen, Brustschmerzen
- Durchfall, Verstopfung
- Hautausschlag
- Harnverhalt, verzögerte Ejakulation, erektile Dysfunktion
- Appetitlosigkeit, Durst
Gelegentlich (< 1 von 100)
- Einige Infektionen (Lippenherpes, Fußpilz)
- Halluzinationen, Verwirrtheit, Depression, Paranoia, Desorientierung
- Tremor, Schläfrigkeit, verschwommenes Sehen
- Leberfunktionsstörungen (einschließlich Hepatitis), erhöhte Leberenzymaktivität
- Juckreiz, Akne, Haarausfall
- Gewichtsverlust oder -zunahme, Fieber
Selten (< 1 von 1.000)
- Suizidgedanken, Suizidversuche
- Blutgerinnungsstörungen
- Sprachstörungen
Sehr selten (< 1 von 10.000)
- Euphorie
- Hautausschlag/Hautveränderungen
- Skelettmuskelschäden
Symptome, die sofortiges Handeln erfordern — wann das Medikament absetzen?
Naltrekson kann die Leberfunktion beeinflussen. Der Arzt kann vor Beginn und während der Behandlung eine Blutuntersuchung zur Überwachung der Leberfunktion durchführen.
Symptome eines Leberversagens — Medikament ABSETZEN und sofort zum Arzt
Beim Auftreten eines der folgenden Symptome sollte das Medikament abgesetzt und sofort ein Arzt aufgesucht werden:
- Bauchschmerzen, die länger als einige Tage anhalten
- Weiß gefärbter Stuhl
- Dunkler Urin
- Gelbfärbung des Augenweiß
Symptome einer allergischen Reaktion — sofort zum Arzt
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn folgendes auftritt:
- Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge
- Hautausschlag
- Atembeschwerden
Dies können Symptome einer allergischen Reaktion sein, die sofortige ärztliche Hilfe erfordert.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fahrtüchtigkeit
Schwangerschaft
Die Sicherheit der Anwendung von Naltrekson während der Schwangerschaft wurde nicht nachgewiesen. Wenn die Patientin schwanger ist, vermutet schwanger zu sein oder eine Schwangerschaft plant, sollte sie vor der Anwendung dieses Medikaments ihren Arzt konsultieren.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Naltrekson in die Muttermilch übergeht. Da die Sicherheit der Anwendung von Naltrekson bei Kindern und Säuglingen nicht nachgewiesen wurde, sollte während der Einnahme des Medikaments nicht gestillt werden.
Fahrtüchtigkeit und Bedienen von Maschinen
Naltrekson kann die geistige und/oder körperliche Fähigkeit zur Ausführung potenziell gefährlicher Tätigkeiten wie Autofahren oder Bedienen von Maschinen beeinflussen. Es ist Vorsicht geboten.
Laktose
Naltex enthält Laktose-Monohydrat. Wenn bei dem Patienten eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern festgestellt wurde, sollte er vor der Einnahme des Medikaments seinen Arzt kontaktieren.
Zusammensetzung und Verpackung von Naltex
Wirkstoff
Naltrexonhydrochlorid (Naltrexoni hydrochloridum), 50 mg pro Tablette.
Sonstige Bestandteile
- Tablettenkern: Laktose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat.
- Filmüberzug: Hypromellose (E464), Macrogol 400, Polysorbat 80 (E433), Eisen(III)-oxid gelb (E172), Eisen(III)-oxid rot (E172), Titandioxid (E171).
Aussehen
Gelbe, runde, bikonvexe, filmüberzogene Tabletten mit einer Bruchkerbe auf einer Seite. Die Tablette kann in zwei gleiche Dosen (je 25 mg) geteilt werden.
Packungsgrößen
Blisterpackungen mit 7, 14, 28, 30, 50 und 56 Tabletten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Hersteller: Accord Healthcare Polska Sp. z o.o., Warszawa.
Wie beginnt man die Behandlung mit Naltrekson?
Die Behandlung mit Naltrekson erfordert ein Rezept — das Medikament ist nicht rezeptfrei erhältlich. So sieht der Behandlungsprozess aus:
- Ärztliche Beratung — vor Ort oder online. Der Arzt führt eine Anamnese durch, überprüft Kontraindikationen und ordnet Leberfunktionstests an.
- Ausstellung eines e-Rezepts — wenn keine Kontraindikationen vorliegen, stellt der Arzt ein elektronisches Rezept aus.
- Bei Opioidabhängigkeit: mindestens 7–10 Tage ohne Opioide vor der ersten Tablette. Der Arzt kann einen Test auf Opioide im Körper durchführen.
- Behandlungsbeginn — erste Dosis: 25 mg (halbe Tablette), danach Erhöhung auf 50 mg.
- Regelmäßige Kontrollbesuche — Überwachung der Leberfunktion und Verträglichkeit des Medikaments.
Naltrekson ist am wirksamsten, wenn es als Teil einer umfassenden Therapie eingesetzt wird — in Kombination mit Suchtpsychotherapie und regelmäßigem Kontakt mit einem Therapeuten.












